Theater

Verrücktes Blut


Schauplatz Klassenzimmer. Projekttag Friedrich Schiller. Sonia Kelich, hoch motiviert und mit Reclam-Heften unter dem Arm, bemüht sich ihren Schülern Schillers idealistische Vorstellung vom klassischen deutschen Theater zu vermitteln. Doch Bastian, Hakim und Musa randalieren und boykottieren den Unterricht. Da fällt plötzlich in einem Gerangel eine Pistole aus Musas Tasche. Sonia Kelich nimmt kurz entschlossen die Waffe an sich, zwingt die Schüler mit vorgehaltener Pistole, "Räuber" und "Kabale und Liebe" zu spielen und versucht so, die Ideale der Aufklärung zu vermitteln.


Mit dieser Geiselnahme beginnt nicht nur ein abgründiger Tanz der Genres vom Thriller über die Komödie zum Melodrama, sondern auch die spielfreudige und provokante Dekonstruktion aller vermeintlich klaren Rollen und Identitäten. Die aberwitzige Situation entlarvt aberwitzige gesellschaftliche Positionen der Migrationsdebatte.

– Inszenierung und Raumkonzept: Volker Schmidt
– Kostüm: Julia Eisenburger
– Musikalische Leitung: Ossy Pardeller
– Regieassistenz: Mirjam Erdem
– Kostümassistenz: Sarah Damovsky
– Foto, Grafik: Emanuel Jesse
– Produktion: Alexandra Hutter

– Mit: Paul Brusa, Oktay Günes, Karin Yoko Jochum, Nancy Mensah-Offei, Mustafa Kara, Benjamin Muth, Sandra Selimovic und Khaled Sharaf El Din


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