Tanz · Theater

Verklungene Feste, Josephs Legende


Mit "Josephs Legende" kehrt eine der klanglich berauschendsten Ballettkompositionen der Musikgeschichte an die Wiener Staatsoper zurück.

Verklungene Feste
Zunächst sieht man die Spuren einer Abendgesellschaft, die sich bereits verabschiedet hat. Nur ein Mann sitzt noch gedankenverloren neben einer von gebrauchten Champagnergläsern übersäten Tafel, aus der sich langsam eine Frau herausschält. Man hat ordentlich getrunken und rauschhaft gefeiert, es gilt, den Moment einer aufdämmernden Leere schnellstmöglich zu überwinden. Im Banne der Ernüchterung bilden sich Fluchtpunkte, hinausdrängend aus einer beengt empfundenen Gegenwart ins Reich der Geschichte. Erinnerungen tauchen auf an Schönheit, Jugend und ein glückhaftes Dasein. Doch die Zeit gelebter Dekadenz ist vorbei, "the Party’s over", vergangen ist die Unbekümmertheit und Ausgelassenheit unbedingter Lebensfreude, die in vielen Begegnungen aufschien und unwiederbringlich verloren ist. Geblieben ist ein Repertoire an Stimmungen und Bewegungen, die das Leben einmal ausmachten. – Mitten im Zweiten Weltkrieg orchestriert Richard Strauss Stiltänze aus dem 18. Jahrhundert, Klavierstücke aus der Feder des französischen Barockkomponisten François Couperin, und schafft eine Musik, die sich zwischen den Zeiten bewegt.

Josephs Legende
Mit "Josephs Legende" kehrt eine der klanglich berauschendsten Ballettkompositionen der Musikgeschichte an die Wiener Staatsoper zurück. Spätestens seit der für das Wiener Staatsopernballett 1977 von John Neumeier erstellten choreographischen Fassung zählt die "Josephs Legende" zum Kreis jener Stücke, die man unmittelbar mit dem "Wiener Ballett" verbindet. "Verklungene Feste" komplettieren die Werkfolge zu einem ausschliesslich Richard Strauss gewidmeten Ballettabend.

Joseph träumt von einem Engel. Joseph wird entführt. An Potiphars Hof feiert man ein Fest. Potiphars Weib weigert sich, daran teilzunehmen. Joseph wird hereingetragen und an Potiphar als Sklave verkauft. Joseph tanzt für Potiphar. Von diesem Tanz, durchwirkt von seltsamen Visionen, ist Potiphars Weib zutiefst betroffen. Die Gäste verlassen das Fest. Joseph schläft in der leeren Halle ein. Wieder träumt er von dem Engel. Potiphars Weib fühlt sich zu Joseph hingezogen. Ihre Faszination steigert sich zu äußerster Leidenschaft. Potiphar überrascht sein Weib, als sie versucht, Joseph zu verführen. Fälschlich hält er Joseph für den Verführer und ordnet an, ihn zu foltern. Enttäuscht und seelisch verletzt schlägt Potiphars Weib auf Joseph ein. Plötzlich jedoch, im Augenblick von Josephs größter Not, vollzieht sich in ihr eine Wandlung. Sie stellt sich gegen Potiphar und dessen Wut und schützt Joseph. Der Engel erscheint, nimmt Joseph mit sich fort und führt ihn seiner Berufung zu. Potiphars Weib bleibt einsam zurück.


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