Vortrag

Verena Winiwarter: Ein Kriegsschauplatz wird zukunftsfähig


Verena Winiwarter Dekanin der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung und Professorin für Umweltgeschichte
der Alpen-Adria-Uni
versität Klagenfurt
Ein Kriegsschauplatz wird zukunftsfähig
Der Beitrag der Umweltgeschichte zur nachhaltigen Entwicklung des Donauraums
Schon die Grenze des römischen Reiches verlief entlang der Donau, bis heute bildet sie unter anderem die Staatsgrenze zwischen Ungarn und Serbien und zwischen Rumänien und Bulgarien. Die Donau war ein umkämpfter Kriegsschauplatz, wovon nicht nur Unterwasserarchäologen Zeugnis geben können. Auch die jüngere Vergangenheit der aus dem Zusammenbruch des Osmanischen und des Habsburgerreiches hervorgegangenen Nationen ist von Konflikt geprägt. Zugleich war und ist der Donauraum, das multinationalste Einzugsgebiet der Welt, Raum für Hoffnungen und Projektionsfläche für große Erzählungen.
Die im Jahr 2011 mit großem Medienecho ins Leben gerufene EU Strategie für den Donauraum ist Ausdruck solcher Hoffnungen. Doch der Donauraum trägt schwer an seiner Geschichte. Seine nachhaltige, zukunftsfähige Entwicklung wird davon abhängen, wie gut mit den materiellen wie immateriellen Lasten der Vergangenheit umgegangen
werden kann. Das Netzwerkprogramm Danube: Future will die dringend benötigte geistes- und sozialwissenschaftliche Expertise der Donauländer für eine zukunftsfähige Entwicklung nutzbar machen. Was englische Zeitungen des 18. Jahrhunderts, Briefe über das Banat und seine Erzlagerstätten aus dem 19. Jahrhundert und die Post-Conflict-Division der UNEP dabei für eine Rolle spielen, wird der Vortrag beleuchten.

Verena Winiwarter, geboren 1961, studierte Geschichte und Publizistik an der Universität Wien und schloss ihr Studium mit der Diplomarbeit „Zur Rezeption antiker Agrarliteratur im frühen Mittelalter“ im Jänner 1991 ab. 1998 promovierte sie im Fach Umweltgeschichte an der Universität Wien (Titel der Doktor arbeit: „Historische und Ökologische Prozesse in einer Kulturlandschaft. Umweltgeschichte als interdisziplinäre Wissenschaft“). Ihre Habilitationsschrift „Historical Studies in Human Ecology“ schloss sie 2002 an der Fakultät für Naturwissenschaften und Mathematik der Universität Wien im Fach Humanökologie ab.
2007 übernahm sie die Professur für Umweltgeschichte an der Fakultät für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (IFF) der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt am Standort Wien, wo sie sich seitdem für den Aufbau eines Schwerpunkts zur Umweltgeschichte der Donau und der Verbreiterung der wissenschaftlichen Basis einer Umweltgeschichte Österreichs engagiert.

Seit 1.1.2010 ist Verena Winiwarter auch Dekanin der IFF. Darüber hinaus ist sie Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Gremien und Institutionen, u.a. seit 2010 korrespondierendes Mitglied der philosophisch-historischen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, ehemalige Präsidentin der europäischen Gesellschaft für Umweltgeschichte und im Vorstand des International Consortium of Environmental History Organizations (ICEHO). Verena Winiwarter wurde vom Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten zur „Wissenschaftlerin des Jahres 2013“ gewählt.


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