Theater

Vater


Der junge Pariser Autor Florian Zeller erzählt seine Geschichte nicht chronologisch in kausal zusammenhängenden Szenen, sondern konsequent aus der verschobenen Perspektive des dementen Vaters, des ungläubig Betroffenen. So entsteht ein theatrales Spiegelkabinett, überraschend, beängstigend, aber auch witzig und schräg: ein alter Mann auf der Spurensuche nach sich selbst.

André, Witwer, Vater von zwei Töchtern, merkt, dass sich etwas verändert – es verschwinden Sachen, er fühlt sich bedroht, verfolgt, er verliert die zeitliche und räumliche Orientierung. Er vergisst sogar, dass er vergisst. Noch lebt er allein in seiner Wohnung, versucht vor Anne, seiner älteren Tochter, den Eindruck aufrechtzuerhalten, alles sei in Ordnung, wobei es für sie ganz offensichtlich ist, dass er alleine nicht mehr zurechtkommt. Also organisiert sie für ihn Pflegehilfen, mit denen sich dieser stolze und seine Würde behauptende alte Mann aber ständig zerstreitet. Und nun will sie mit ihrem neuen Lebenspartner nach London gehen. Was tun?

In der Beschreibung der vielen unpassenden und zugleich komischen Reaktionen von André zeigt Zeller ein feines Gespür für den Wechsel vom Humorvollen zum Tragischen. Behutsam und sensibel, nie pathetisch oder kitschig beschreibt er in seiner ganz eigenen lakonischen Sprache die Realität eines Mannes, der sein Gedächtnis verliert.

Eine tragische Farce von Florian Zeller . Deutsch von Annette und Paul Bäcker
Österreichische Erstaufführung

Regie Thomas Krauß

Bühne & Kostüme Helfried Lauckner


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