Literatur · Theater

Valerie Fritsch - Herzklappen



Dem Shootingstar der heimischen Literatur ("Winters Garten") gelingt es, die Leser "zu Staunenden zu machen, die plötzlich ein Stück mehr über die Welt begreifen" (Zeit Online).

Ein Kind, das keinen Schmerz empfinden kann, eine Mutter, Alma, die es unaufhörlich auf körperliche Unversehrtheit kontrolliert. Halt findet Alma bei ihrer Großmutter, die jetzt, hochbetagt und bettlägerig und nach lebenslangem Schweigen, zu erzählen beginnt. Mit dem Kind auf dem Schoß, das keinen Schmerz kennt, sitzt Alma am Bett der Schwerkranken, die sich nichts mehr wünscht, als ihren Schmerz zu überwinden.
Wie wird ein Kind zum Menschen, zu einem mitfühlenden sozialen Wesen, wenn es die Verwundbarkeit nicht kennt? Valerie Fritsch erzählt von einem Trauma, das über die Generationen weiterwirkt, sie lotet die Verletzlichkeit des Menschen aus und fragt nach dem Wesen des Mitgefühls, das unser aller Leben bestimmt.

Valerie Fritsch, geboren 1989 in Graz. Schriftstellerin, Fotografin, Reisende. Kelag-Preis und Publikumspreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2015. Winters Garten war für den Deutschen Buchpreis 2015 nominiert. Lebt in Graz. Zuletzt: Herzklappen von Johnson & Johnson (Suhrkamp 2020).