Literatur

Uwe Beyer - Europa im Wort. Eine literarische Seismographie in sechzehn Aufzeichnungen


Vladimir Vertlib und Martin Horváth lesen aus der Anthologie Europa im Wort
Uwe Beyer (Herausgeber; Verleger Heidelberger Lese-Zeiten) spricht mit Vladimir Vertlib und Martin Horváth u.a. darüber, wofür Europa heute für sie im Wort steht.

Wer wollte angesichts der vielen Krisen-Debatten heute sein Wort für Europa einlegen? Wer das Bewusstsein stärken für den Wert einer zukunftsfähigen, offenen Bürgergesellschaft und zugleich deren Gefährdungen im Blick haben?

Sechzehn Autorinnen und Autoren aus acht Herkunftsnationen stellen sich diesen Fragen. Sie zeichnen in Worten aus eigener Erfahrung und individueller Vorstellungskraft die wachsende Unruhe auf, die Europa gegenwärtig auf seiner Suche nach Selbstklärung durchlebt. Es sind:

Irena Brežná, Ralph Dohrmann, Tanja Dückers, Sherko Fatah, Roman Graf, Peter Härtling, Martin Horváth, Ursula Krechel, Aurora Luque, Olga Mannheimer, Iwona Mickiewicz, Adolf Muschg, Karl Schlögel, Peter Schwendele, Verena Stössinger und Vladimir Vertlib.

Entstanden ist ein aktuelles Buch in vielen Ausdrucksformen: mit erzählenden, essayistischen, reportagehaften Texten - eine literarische Seismographie.
Vladimir Vertlib, geboren 1966 in St. Petersburg. 1971 Emigration, lebt seit 1981 in Österreich. Vertlib studierte Volkswirtschaftslehre und ist seit 1993 freiberuflicher Schriftsteller. Er verfasste das Libretto zum Oratorium Und alle Toten starben friedlich, welches 2007 in der Gedenkstätte Mauthausen uraufgeführt wurde, und das Theaterstück ÜBERALL NIRGENDS lauert die Zukunft. Er ist Mitherausgeber der in Wien erscheinenden Zeitschrift Zwischenwelt. Zeitschrift für Kultur des Exils und des Widerstands. Für sein Werk erhielt Vertlib unter anderem den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis sowie den Anton-Wildgans-Preis. Romane (u.a.): Zwischenstationen, Das besondere Gedächtnis der Rosa Masur, Schimons Schweigen und Lucia Binar und die russische Seele (Longlist zum Deutschen Buchpreis 2015).
Martin Horváth wurde 1967 in Wien geboren, studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst und arbeitet seit 1988 als freischaffender Musiker. Konzerte und Aufnahmen mit verschiedenen Wiener Orchestern (Staatsoper, Volksoper, Radiosymphonieorchester u.a.) und Kammermusikensembles führten ihn in zahlreiche Länder und zu renommierten Festivals. Während eines mehrjährigen New-York-Aufenthalts arbeitete er an einem Forschungsprojekt zur Geschichte der österreichisch-jüdischen Emigration in die USA sowie als Journalist und Übersetzer. Für seine seit 1989 publizierten Erzählungen, Essays und andere Texte erhielt er Preise und Stipendien, unter anderem den Bruno-Kreisky-Anerkennungspreis für das politische Buch oder die Autorenprämie des BMUKK. 2012 erschien sein Romandebüt, Mohr im Hemd oder Wie ich auszog, die Welt zu retten, das auch ins Niederländische und Ungarische übersetzt wurde.


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