Theater

Unterwerfung (Soumission) von Michel Houellebecq


Aus dem Französischen von Norma Cassau und Bernd Wilczek
Österreichische Erstaufführung

Inszenierung: Ali M. Abdullah
Musical Director: KMET
Licht: Johannes Seip
Dramaturgie: Hannah Lioba Egenolf
Mit: Hanna Binder, Dennis Cubic, Christian Dolezal, Marc Fischer, Arthur Werner, Zeynep Alan, Elif Bilici, Ayşe Bostancı, Jonathan Fetka, Tanju Kamer, Onur Çağdaş Şahan, Dilan Sengül

Ob in Österreich, Deutschland oder Frankreich, rechte Populisten sind gegenwärtig europaweit auf dem Vormarsch und schüren mit faschistoiden Unwörtern wie „Überfremdung“ diffuse Ängste vor dem angeblich drohenden Verlust der eigenen kulturellen Identität. Michel Houellebecqs neuer Roman „Unterwerfung" greift diese Phantasmen nicht nur auf, er spinnt sie vielmehr weiter – und kommt dabei zu überraschenden Konstellationen. Aus der Perspektive des desillusioniert-gelangweilten Pariser Literaturwissenschaftlers François erzählt der Roman von der Machtübernahme eines muslimischen Präsidenten im Frankreich des Jahres 2022. Doch anstatt die am rechten Rand gerne gezeichneten Horrorszenarien zu bedienen, greift Houellebecq mit „Unterwerfung“ ein weiteres Mal das zutiefst korrumpierte bürgerliche Subjekt an, das von Sex, Machtstreben und Konsum besessen ist – während es unverdrossen die Werte der Aufklärung vor sich herträgt. Folgerichtig verlässt Protagonist François die französische Hauptstadt, als es dort schließlich zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen kommt. Die französische Gesellschaft findet sich unterdessen erstaunlich schnell mit einer europäisch-spießbürgerlichen Version eines gemäßigten Islamismus ab.

Vor dem Hintergrund einer starken Zunahme islam- und fremdenfeindlicher Tendenzen und Ereignissen wie dem Anschlag auf Charlie Hebdo, untersucht Ali M. Abdullah in seiner zweiten Inszenierung eines Houellebecq-Textes die große Anziehungskraft eskapistisch-religiöser Angebote auf westliche Gesellschaften, die sich angesichts einer fortschreitenden Globalisierung im Niedergang wähnen.

Aufführungsdauer: ca. 2 Stunden 50 Minuten, eine Pause

Pressestimmen

„Der fabelhafte Marc Fischer als Huysmans-Verehrer François. (...) und wie Fischer in seiner Lust am Leid schwelgt, ist großartig.“ - Mottingers Meinung

„Das Stück (…) glänzt satirisch“ – Die Presse

„Ein erfrischendes junges Team übernimmt Nebenrollen und Erzähleinlagen, wobei die Regie Gespür für Takt und Tempo beweist - ebenso wie für das richtige Maß der Satire. Die erfahrenen, durchwegs ausgezeichneten Hauptdarsteller überzeichnen die von ihnen gespielten Intellektuellen nur so weit, dass die Charaktere noch glaubwürdig bleiben und die Gegenwart erkennbar wird.“ – Die Presse


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