Theater

Unterm Strich - Ein Jahrmarkt der Eitelkeit


Klassentreffen – dieser Begriff löst Emotionen aus. Margit Mezgolich liefert eine schwarzhumorige Zustandsbeschreibung unserer von Selbstdarstellungssucht getriebenen Gesellschaft und inszeniert mit viel Leichtigkeit und Witz eine skurrile Begegnung von VerliererInnen und GewinnerInnen auf dem unaufhörlichen „Jahrmarkt der Eitelkeit“.

Klassentreffen – dieser Begriff löst Emotionen aus. Neugier, Anspannung, Freude, Abwehr. Verkrampfte Wiederbegegnungen treffen auf aufgesetzte Selbstdarstellungen. Welchen Eindruck mache ich? Was ist aus den anderen geworden? Wer hat alle Erwartungen erfüllt, wer eine völlig andere Richtung eingeschlagen? Wer hat’s geschafft, wer ist gescheitert?

Margit Mezgolich umreißt in raschen Szenenwechseln, überraschenden Wendungen und Zeitsprüngen humorvoll die Biographien von vier Menschen, die ihre Lebensmitte bereits überschritten haben und vor dem geschrumpften Rest ihrer Zukunft stehen. Gemeinsam erinnert sich ein Abschlussjahrgang beim ersten Wiedersehen nach fast dreißig Jahren an damalige Karriereträume und berichtet – mehr oder weniger aufrichtig –, was tatsächlich aus ihnen geworden ist. Ein amüsantes Kaleidoskop an Erinnerungen von 1989 bis heute entsteht vor den Augen der ZuschauerInnen.

Unterbrochen wird das oberflächliche Geplauder durch viele kurze Rückblenden, die die Lebensgeschichten dieser vier Menschen umreißen und das gesamte Geschehen nach und nach in ein völlig anderes Licht rücken. Und damit stellen sich ganz neue Fragen: Wie autonom bestimmen wir unser Leben? Gibt es doch so etwas wie eine Vorherbestimmung, der wir ausgeliefert sind? Oder ist alles nur Zufall?

Mezgolich liefert eine schwarzhumorige Zustandsbeschreibung unserer von Selbstdarstellungssucht getriebenen Gesellschaft und inszeniert mit viel Leichtigkeit und Witz eine skurrile Begegnung von VerliererInnen und GewinnerInnen auf dem unaufhörlichen „Jahrmarkt der Eitelkeit“.

Es spielen Jens Claßen, Raphael Nicholas, Lisa Schrammel, Georg Schubert, Petra Strasser

Text und Regie: Margit Mezgolich


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