Kunstausstellung

Unter flaschen – Die Fledermaus in der Bar du Bois


Ausstellungszentrum im Heiligenkreuzerhof

1010 Wien - Innere Stadt, Schönlaterngasse 5

Mi., 13.05.2020 - Sa., 27.06.2020

Mo: Geschlossen
Di: Geschlossen
Mi: 14:00 - 18:00 Uhr
Do: 14:00 - 18:00 Uhr
Fr: 14:00 - 18:00 Uhr
Sa: 14:00 - 18:00 Uhr
So: Geschlossen
Corona-Virus: Ab 29. Mai sind Veranstaltungen bis 100 Personen wieder erlaubt. Ab 1. Juli bis 250 Personen, ab 1. August für 500 bis 1.000 Personen. Sicherheitsregeln gelten weiterhin.

Bar du Bois ist eine Wiener Künstler*innengruppe, die in unterschiedlichen Besetzungen seit 2013 besteht.

Das Kabarett Fledermaus war ein Ort der Verwandlung und Emanzipation. Nun ist dieser wichtige Ort der Wiener Moderne gewissermaßen doppelt „wiedererstanden“. Die Hochphase des Kabarett Fledermaus erstreckte sich in etwa von 1907 bis 1909. Der bis heute legendäre Ort war aufwendig von den Protagonist*innen der Wiener Werkstätte konzipiert und ausgestaltet worden und löste durch sein Programm, das multimediale Kunstproduktion, Diskurs und soziale Interaktion auf neue Weise vereinte, einen Rausch für alle Sinne aus.
Die Ästhetik der Wiener Werkstätte, die besonders durch den Industriellen, Mäzen und Stilexperten Fritz Waerndorfer mitangeleitet und finanziert wurde, fungierte dabei als eine wichtige Form emanzipatorischer Selbstbehauptung im Kampf um kulturelle Anerkennung einer jüngeren Generation des jüdischen Bürgertums, die angesichts von Ressentiments und Antisemitismus nicht selbstverständlich war.
Fritz Waerndorfer wollte mit der Finanzierung des Theaters seine Rolle als Produzent modernistischer Kultur festigen. Abgesehen von Waerndorfer gab es keine externen Auftraggeber. Dies ermöglichte einen künstlerischen Freiraum, der sich nicht nur in der architektonischen Gestaltung, sondern auch im lebendigen und progressiven Programm des Kabarett Fledermaus spiegelte. Dies lässt sich heute nur mehr durch dokumentarisches Material nachvollziehen, da das Gebäude 1945 völlig zerstört wurde.