Kunstausstellung

Uneven Growth


Das Projekt Uneven Growth: Tactical Urbanisms for Expanding Megacities [Ungleiches Wachstum: taktische Städteplanung für sich ausdehnende Megastädte] überträgt diese internationale Diskussion auf Design-Szenarien für die Zukunft von sechs Metropolen.

Im Jahre 2030 wird die Weltbevölkerung gigantische acht Milliarden Menschen betragen. Davon werden zwei Drittel in Städten leben und die meisten arm sein. Während die Ressourcen immer knapper werden, gehört die wachsende Ungleichheit in städtischen Regionen zu einer der größten Herausforderungen der Gesellschaften weltweit. Stadtbehörden, WirtschaftswissenschaftlerInnen, SoziologInnen und StadtplanerInnen sind zunehmend besorgt über diese Entwicklung. Angesichts der immensen Aufgaben der Zukunft ist es noch immer ungewöhnlich, dass kritische und visionäre Antworten auf die Herausforderungen einer sich ständig ausdehnenden und unausgeglichenen städtebaulichen Entwicklung mit einer breiteren Öffentlichkeit geteilt werden.

Das Projekt Uneven Growth: Tactical Urbanisms for Expanding Megacities [Ungleiches Wachstum: taktische Städteplanung für sich ausdehnende Megastädte] überträgt diese internationale Diskussion auf Design-Szenarien für die Zukunft von sechs Metropolen: Hongkong, Istanbul, Lagos, Mumbai, New York und Rio de Janeiro. Über einen Zeitraum von 14 Monaten fanden Workshops auf der ganzen Welt statt, bei denen sich vor Ort tätige PraktikerInnen und internationale WissenschaftlerInnen zusammenfanden, um bestehende Gegebenheiten zu untersuchen, Handlungsoptionen festzulegen und neue architektonische Umsetzungsmöglichkeiten für diese großen städtischen Enklaven zu erarbeiten.

Die in der Ausstellung gezeigten Vorschläge präsentieren spezifische Ideen für spezifische Städte und sollen die Debatte nicht beenden, sondern vielmehr anstoßen. Anstatt die von oben bestimmten Planungsmaßnahmen der Vergangenheit zu übernehmen, sind die Konzepte von neuen Formen einer taktischen Städteplanung inspiriert, bei der gemeinschaftlich geführte Interventionen die Fähigkeiten und Ressourcen vor Ort einbinden.

Die vorgestellten Projekte bieten punktuelle Ausblicke auf mögliche Verbesserungen urbaner Umgebungen und präsentieren spezifische Designs, strategische Modelle und sogar visionäre Fiktionen, die in unterschiedlichen Größenordnungen und in vielfältigen urbanen Kontexten vorstellbar sind. Das Projekt Uneven Growth umfasst auch eine Online-Plattform, Uneven-Growth.MoMA.org, auf der die Öffentlichkeit dazu eingeladen war, Beispiele für taktische städtebauliche Lösungen beizutragen, die bereits weltweit die Ungleichheit entschärfen. Eine Auswahl dieser Einreichungen wird in der MAK-Ausstellung gezeigt, die diese Projekte in einen Dialog mit den Vorschlägen der sechs Teams stellt. Gleichzeitig setzen die hier ausgestellten Visionen ein Zeichen für soziale Verantwortung und zeigen, wie ArchitektInnen aus informellen, von der Basis ausgehenden Maßnahmen lernen, die uns Hinweise für eine dringend benötigte Veränderung geben.

Kurator
Pedro Gadanho, Kurator für zeitgenössische Architektur am Museum of Modern Art, New York
Kuratorische Koordination
Bärbel Vischer, MAK-Kustodin Gegenwartskunst


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