Kunstausstellung

Under Pressure - Über Formen des Autoritären und die Macht der Entscheidung


Ausgangspunkt für die Ausstellung sind jene in jüngster Zeit vermehrt auftretende autoritäre Tendenzen, die zunehmend in politischen und ökonomischen Bereichen sowie in Umgebungen der KI-Entwicklung auftauchen.

Das Zustandekommen von Mehrheiten für autoritär agierende PolitikerInnen, ein offensichtlich autoritär agierender Finanzmarkt, sowie autoritäre Strukturen informationstechnischer Systeme und autoritäre Tendenzen in der KI-Entwicklung führen zu der Frage, ob neue Formen des Autoritären sich dadurch unterscheiden, dass sie individuelle Freiheiten erlauben oder zumindest diesen Eindruck vermitteln.

In der Ausstellung geht es um die Frage, welche Mechanismen, Strategien und Taktiken bei der Einschränkung von Entscheidungsfreiheiten zum Einsatz kommen, wie über Sicherheit/Schutz, Ökonomie/Finanz, Nation/kulturelle Identität oder die erklärte Notwendigkeit von Konkurrenz und Effizienz Kategorien für Entscheidungsprämissen definiert und festgelegt werden. Ausgehend von Dogmen des Neoliberalismus und des Neonationalismus beschäftigt sich die Ausstellung mit Autoritarismen in Politik, Ökonomie, Technologie und Kunst. So führte die vom Neoliberalismus betriebene Marginalisierung des Politischen sowie die Finanzkrise zu einem beschleunigten autoritären Kapitalismus. Der autoritäre Neonationalismus wiederum kann u. a. als eine Reaktion auf diese Entwicklung gesehen werden.

Kontrolle über zukünftige Entscheidungen und Handlungsweisen sowie Einflussnahme sind hingegen das Ziel von präemptiv agierenden, algorithmischen Systemen und Regierungsformen. So werden durch informationstechnische Antizipation und technische KI-Assistenten, wie Siri, Cortana oder Alexa Handlungsprogramme und „Bedürfnisse“ der NutzerInnen internalisiert und Entscheidungen vorweg- bzw. übernommen. Datenanalysen, Profilerstellungen etc. zielen u. a. darauf ab, unsere zukünftigen Entscheidungen nicht nur zu erraten, sondern zu informieren.

Die Ausstellung untersucht Dispositionen der Entscheidung sowie Formen des Involviertseins und Mittäterschaft in autoritären politischen und algorithmischen Systemen. Welche Entscheidungen werden von uns verlangt, wie werden Entscheidungen automatisiert, in welcher Form tragen wir selbst dazu bei, bewusst oder unbewusst, wie über uns von Seiten ökonomischer, algorithmischer und staatlicher Systeme entschieden wird bzw. in wie weit agieren wir selbst autoritär? Wenn Algorithmen mehr über uns wissen als wir selbst, können sie dann unseren jeweiligen Bedürfnissen angemessener weil rationaler entscheiden, und was bedeutet das für die Vorstellung des autonomen Selbst?

Künstler_innen:
Rod Dickinson (GBR)*, İnci Eviner (TUR), HARD-CORE (NLD, FRA, ISL)*, Minna Henriksson (FIN)*, Bernd Hopfengärtner* & Ludwig Zeller (GER), Vladan Joler (SHARE Lab)(SRB), Isabella Kohlhuber (AUT), Stéphanie Lagarde (FRA), Liz Magic Laser (USA), Daniela Ortiz (PER/ESP), Olivia Plender (GBR), Sebastian Schmieg (GER), Stefanie Schroeder (GER)*, Superflux (IND/GBR, GBR), Nick Thurston & Steven Zultanski (GBR, USA), Pinar Yoldas (TUR/USA)


Vergangene Termine

  • Fr., 28.09.2018 - So., 25.11.2018

    Mo: Geschlossen
    Di: 13:00 - 16:00, 16:30 - 20:00 Uhr
    Mi: 13:00 - 16:00, 16:30 - 20:00 Uhr
    Do: 13:00 - 16:00, 16:30 - 20:00 Uhr
    Fr: 13:00 - 16:00, 16:30 - 20:00 Uhr
    Sa: 13:00 - 16:00, 16:30 - 20:00 Uhr
    So: 13:00 - 16:00, 16:30 - 20:00 Uhr
    Dieser Termin hat bereits stattgefunden.