Pop / Rock · Film

Und es fängt von neuem an - Premiere Totgeglaubt


Wiener Neustadt polarisiert. Schon seit Langem. Man liebt es oder hasst es. Tatsache ist: für einen kurzen Moment in der Kunst- und Musikgeschichte Österreichs war die selbstbewusste Vorstadt des Wasserkopfs Wien ein absoluter Hot Spot. In den Kellern, Galerien und Probelokalen Wiener Neustadts erklangen Texte, Töne, Zwischentöne, die dringlicher, schärfer und tiefgehender waren als so manche ihrer Vorlagen aus England und den USA, jedenfalls interessanter als das Gros der „Neuen Welle“ aus Wien, Graz, Linz & Co.
Diese – kurze, aber heftige – Episode der heimischen Pop-Historie verdient es knapp drei Jahrzehnte später, penibel dokumentiert, diskutiert und neu bewertet zu werden. Was gerade passiert: ein Dokumentarfilm und ein Compilation- Projekt mit ausführlichem Booklet sind in Vorbereitung, dazu soll die Essenz jener Tage auch auf Vinyl erscheinen. Unter dem Titel „Und es fängt von neuem an...“ veröffentlicht das (selbst geschichtsträchtige) Label Schallter im Juni 2016 ein pralles Paket, das Bands wie X-Beliebig, Dämmerattacke, Westblock, Zerbrechlich, Chiefs, Bates, Zip Guns und United Loves Affairs vor den Vorhang holt. Und den Stellenwert dieser Bands und ihrer Zeit nochmals unterstreicht.
Im Rahmen dieses Vorhabens trafen sich einige Protagonisten der damaligen Szenenbands wieder, ließen sich vom Glanz und Glitter der eigenen Vergangenheit betören (ohne die dunklen Kapitel – und die gab es in der „depressiven Ecke“ (Werner Geier, Ö3-„Musicbox“) zuhauf – zu verdrängen) und beschlossen, das Liedgut jener Ära einer Gegenwartstauglichkeitsprüfung zu unterziehen. So entstand zusätzlich zur Historiensammlung von „Und es fängt von neuem an...“ ein zweites Album. Fünfzehn Songs von drei der erfolgreichsten Wiener Neustädter Bands der frühen 80er Jahre (X-Beliebig, Dämmerattacke und Bates) werden ausschließlich von ehemaligen Musikern dieser Bands neu interpretiert. Das Vehikel für diese Neuaufnahmen nennt sich bezeichnenderweise Totgeglaubt.
Kann man den Spirit von Punk und New Wave wieder beleben? Den neongrellen Zeitgeist jener Tage mit dem dunklen Schlund der Gegenwart verbinden? Ewig seine Jugend verschwenden? Man höre, fühle, urteile selbst. Totgeglaubt, so unser Urteil, ist quicklebendig. Und hat viel zu sagen, ohne Sagen zu erzählen.

Totgeglaubt sind:
Thomas Guth: Gesang
Bernd Bechtloff: Schlagzeug, Perkussion, Gesang
Dieter Nemetz: elektrische und akustische Gitarren, Chorgesang
Zoltan Daroczi: Bass, Gesang
Hannes Eder: Bass, Gesang
Franz Heuschneider: Bass, 12-saitiger Bass, Chorgesang
Erich Allinger: Keyboards

Als Gäste:
Rainer Cvillink:elektrische Gitarre
Wolfgang Leinweber: Schlagzeug
Walter Leinweber: elektrische Gitarre


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