Vortrag · Diverses

(Un)glückliche Liebe, verzwicktes Glück. Erzählen in Literatur und Film


Walter Grond, Künstlerischer Leiter der Europäischen Literaturtage

Lässt sich über die Liebe einfach erzählen, und was steckt in diesem doppelsinnigen „Erzähle einfach!“?
Jede Kultur braucht das Erzählen, um sich zu orientieren und zu entwickeln und nicht in sich zusammenzubrechen. Wie die Literatur liefert längst auch der Film solche Erzählungen, das macht die Anziehungskraft von Literatur und Film aus. Beide zeigen, dass es keine sicheren Wahrheiten gibt, und wirken doch orientierend, da sie sich auf das Wirkliche zubewegen. Hinter den Verwandlungen und Kunstgri en von Literatur und Film, ihrem Spiel mit Fakten und Fiktionen steht eine Idee von Wahrheit.

Um dem Zauber von Literatur und Film nachzuspüren, regen die Europäischen Literaturtage 2018 zum Nachdenken über die Unterschiede der Erzählweisen in Literatur und Film an. Mit welchen Mitteln steuern Literatur und Film unsere Emotionen? Trifft zu, was Peter Weiss als den Unterschied zwischen Bild und Sprache ausmachte, dass nämlich das Bild den Schmerz zeige, während die Sprache dessen Ursachen erkläre? Und trifft nicht auf beide zu, was er für das Schreiben postulierte, dass es nämlich aus Zweifeln und Widersprüchen entstehe?

Was lösen Erzählungen und Romane in uns aus und was Filme? Was ist der Unterschied zwischen einer aufgeschriebenen Erzählung und einer Erzählung durch bewegte Bilder? Wie wird in der Literatur erzählt und wie im Film? Was macht literarische Texte reizvoll für eine Ver lmung? Wie beein us- sen Filme das Schreiben? Wo sind die Übergänge zwischen der meist kollektiven Filmproduktion und dem höchst individuellen Schreibprozess?


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