Literatur

Ulrike Schmitzer: Die gestohlene Erinnerung


„Im Pass meiner Mutter steht unter Geburtsort ein Ort, den es nicht mehr gibt. Filipowo. Im Pass meines Vaters steht ein Ort, den es nicht mehr gibt. Sentiwan. Er lag ganz in der Nähe des Geburtsortes meiner Mutter. In einem Land, das es nicht mehr gibt. Ich erzähle Dir von einem Land, das es nur in Erzählungen gibt.“

Eine Frau und ihre Mutter brechen in die ehemaligen Siedlungsgebiete der Donauschwaben nach Nordserbien auf, um die Wurzeln ihrer Familie zu suchen. Am Telefon mit dabei: die alte Großmutter. Vor der Abreise hat sie ihrer Enkelin vom Alltag in ihrer Heimat, vom Zweiten Weltkrieg und der Deportation in ein sowjetisches Arbeitslager erzählt. Im Auto hören sie sich diese Aufnahme an. Nach anfänglichem Widerstand beginnt auch die Mutter über den Krieg und die Flucht zu sprechen.

Ulrike Schmitzer erzählt in ihrem Roman „Die gestohlene Erinnerung“ von den Erinnerungsspuren dreier Frauen-Generationen an den Zweiten Weltkrieg.

Ulrike Schmitzer, geboren 1967 in Salzburg, Studium der Publizistik und Kunstgeschichte; Redakteurin bei Ö1, freie Filmemacherin und Autorin in Wien. Zuletzt erschienen von ihr die Romane „Es ist die Schwerkraft, die uns umbringt“ (2014) und „Die gestohlene Erinnerung“ (2015) in der Edition Atelier.


Vergangene Termine