Literatur

Uli Bree - ins Leben stechen


Altes Widum

6561 Ischgl, St. Nikolausweg

Mi., 21.10.2020

20:30 - 21:30
Corona-Virus: Ab 29. Mai sind Veranstaltungen bis 100 Personen wieder erlaubt. Ab 1. Juli bis 250 Personen, ab 1. August für 500 bis 1.000 Personen. Sicherheitsregeln gelten weiterhin.

Uli Brée legt nach zahlreichen Drehbüchern für TV-Kultproduktionen wie „Vorstadtweiber“ oder Tatort seinen ersten Roman vor: Überraschend, verstörend, brutal und poetisch. Eine Reise zu ungeahnt tiefen Abgründen zweier vermeintlich herzloser Wesen.

Beim Begräbnis ihrer Mutter fällt die 10-jährige Tabata in das offene Grab, der Vater wird noch auf dem Friedhof als Mörder der Mutter abgeführt und zu lebenslanger Haft verurteilt. Alle Erinnerungen an den Tod der Mutter sind bei Tabata seither in dunkle Ohnmacht getaucht, ihre Gefühle scheinen für immer verstummt. Nur im Schmerz und in extremen Situationen spürt sie noch etwas.

18 Jahre später arbeitet Tabata als Polizistin, eine Einzelgängerin mit unkonventionellen Methoden, schwer fassbar und nicht zu kontrollieren. Sie beschließt ein Kind zu bekommen, in der Hoffnung auf diese Weise endlich Liebe zu empfangen und geben zu können. Über eine entsprechende Plattform trifft sie sich mit einem potentiellen Samenspender, ohne zu wissen, dass dieser Unbekannte ein Mörder ist. Aber dies ist nicht der Anfang und längst nicht das Ende der gemeinsamen Geschichte von Torben und Tabata.

Er scheint sie in und auswendig zu kennen. Geschickt macht er sich dieses Wissen um ihr Geheimnis und ihre Schwächen zunutze. Und Tabata weiß nicht, ob sie in ihrer dunklen Ohnmacht nicht sogar gemeinsam mit ihm einen Mord begangen hat.

Torben ist seit jenem schicksalhaften Begräbnis besessen von Tabata. So wie diese durch ein Kind auf Erlösung hofft, will er durch die Polizistin endlich den befreienden Tod finden. Er glaubt, nur durch Tabata vom Geschwür des Bösen befreit werden zu können – und dafür ist ihm jedes noch so grausame Mittel recht.

Ein erschreckend verstörender und zugleich feinsinniger Roman voll dunkler Geheimnisse, greller Albträume und fataler Kränkungen, der durch seine eigenwillige Melodie unsere Moralbegriffe immer wieder ins Wanken bringt.

Eine Tragödie, ein Roman, ein Thriller, eine Liebeserklärung, ein schaurig-schöner Blick in die dunklen Innenleben zweier Menschen, die untrennbar miteinander verbunden sind. Bis in den Tod, bis nach dem Tod: Bis in ein neues Leben.

ULI BRÉE
gilt als einer der erfolgreichsten Drehbuchautoren im deutschsprachigen Raum. Der ORF hat ihm zahlreiche Quotenhits zu verdanken. Er hat Filme wie „Brüder“, „Live is Life“ oder die Kult-Serien „Vorstadtweiber“ und „Vier Frauen und ein Todesfall“ aber auch zahlreiche österreichische Tatort- Drehbücher verfasst. Mit Rupert Henning und André Heller hat er den Kinofilm „Wie ich lernte bei mir selbst Kind zu sein“ verwirklicht. Nach dem Buch „Am Anfang war die Lüge“ über die Vorstadtweiber und der Geschichtensammlung „Schwindelfrei“ (beides erschienen im Residenz Verlag) hat er nun seinen ersten Roman verfasst.