Literatur

Ukrainischer Todestango


Zehn Jahre nach der Orangen Revolution blickt die Welt wieder gebannt auf die Ukraine; die Literatur des osteuropäischen Landes findet jedoch nicht nur aus politischen Gründen Beachtung. Etliche Autoren waren zu Gast in Salzburg, aktuell lebt Ljubko Deresch als „Writer in Residence“ hier. Der 30-jährige Schriftsteller aus Lemberg tritt an dem Abend als Special Guest auf.

Im Mittelpunkt des Abends stehen zwei neue Bücher – beide gerade im Haymon Verlag erschienen – von zwei Kultautoren. Der bekannte Schriftsteller Andrej Kurkow schildert in seinem Band „Ukrainisches Tagebuch. Aufzeichnungen aus dem Herzen des Protests“ (übersetzt von Steffen Beilich) jenseits gängiger Klischees den Umbruch in seiner Heimat. – Einen Blick auf die Geschichte wirft der Roman „Todestango“ (dt. von Alexander Kratochvil) von Jurij Wynnytschuk über das multikulturelle Leben Lembergs der 1930er Jahre. Die Heimat von vier Freunden wandelt sich mit den Sowjets und den Nazis in einen Alptraum. Mitten im Horror des Janowskij-KZs hinterlässt eine schicksalhafte Melodie Spuren, die bis in die Gegenwart führen: der Todestango – gespielt vom Häftlingsorchester. Deutsche Lesung: Michael Kolnberger. Moderation: Petra Nagenkögel und Tomas Friedmann.


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