Theater

Ubu(s) - Die König Ubu-Groteske


Ein großer und feierlich gedeckter Esstisch wird zum Schlachtfeld der Revolution. König Ubu beherrscht allein die Szenerie. Er frisst und trinkt und regiert. Zwei Puppenspieler*innen stehen ihm dabei zu Diensten. Sind sie die stummen Bediensteten, die sich dem despotischen Diktator unterordnen – oder wagen sie es aufzubegehren?

Der machtbesessene König Ubu wird von seiner Frau, Mutter Ubu, angestiftet, durch ein Massaker an dem ehrbaren König Venceslas und seiner Familie, den polnischen Thron zu erobern. Mit der Unterstützung des Hauptmanns Bordure und seiner Spießknechte gelingt Ubu der tödliche Staatsstreich. Als neuer Herrscher beschließt er, als erste Regierungsmaßnahme sämtliche Adelige und Staatsbeamte hinrichten (d. h. „enthirnen“) zu lassen. Als Ubu die polnische Bevölkerung immer mehr zu tyrannisieren beginnt, animiert der nunmehr abtrünnige Bordure den russischen Zaren Alexis dazu, gegen den mordenden Despoten zu intervenieren. Während sich Ubu auf dem Feldzug gegen das russische Heer befindet, wird die „Regentin“, Mutter Ubu, von dem rechtmäßigen Thronerben Bougrelas gestürzt, jedoch nicht ohne vorher die Staatskasse geplündert zu haben. Ubu selbst wird von der russischen Armee zwar vernichtend geschlagen, kann jedoch durch Feigheit und Tücke mit seiner Frau nach Frankreich flüchten, wo er sich zum "Maître des phynances" ausrufen lassen will.

Ein großer und feierlich gedeckter Esstisch wird zum Schlachtfeld der Revolution. König Ubu beherrscht allein die Szenerie. Er frisst und trinkt und regiert. Zwei Puppenspielerinnen stehen ihm dabei zu Diensten. Sind sie die stummen Bediensteten, die sich dem despotischen Diktator unterordnen – oder wagen sie es aufzubegehren? Die Bühne wird zum Experimentierlabor: Ubu und seine Gefolgsleute agieren wie Schachfiguren in einem begrenzten Raum. Die Zuschauerinnen erwartet ein komisch-groteskes Revolutionsspektakel mit chaplinesken Slapstick-Einlagen. Die russisch-französische Ausnahmekünstlerin Polina Borisova war bereits 2015 mit ihrer Inszenierung „Go“ in Mistelbach zu Gast und begeisterte das Publikum. Es erwartet Sie Puppenspielkunst vom Feinsten gemeinsam mit dem grandiosen Figurenspieler Giorgio Pupella.

REGIE / BÜHNE: Joëlle Noguès
SPIEL: Polina Borisova, Giorgio Pupella
DRAMATURGIE: Pauline Thimonnier
LICHT: Myriam Bertol
MUSIK: Camille Secheppet et l’Orchestre processioni et paradi, Nicolas Carrière
TEXT: frei nach „König Ubu“ von Alfred Jarry
FOTOS: Bruno Wagner
Koproduktion mit dem Festival Mondial des Théâtres de Marionnettes de Charleville- Mézières
Das Gastspiel wurde gefördert von CULTUR FRANCE & der Stadt Toulouse


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