Theater

Ubu Roi


Im – mittlerweile unglaublich weit entfernten – Jahr 1985 war’s, da führte das klagenfurter ensemble Ubu Rex in der Inszenierung von Herbert Gantschacher auf. Exat 33 Jahre später gelangt die „Grasterschreiße“ abermals am Klagenfurter Ensemble zur Aufführung.

Diesmal als Ubu Roi (König Ubu) in der Wiener Fassung von H.C. Artmann, in Szene gesetzt von Rüdiger Hentzschel.
Das 1896 uraufgeführte Drama des französischen Schriftstellers Alfred Jarry (1873–1907) ist ein „Geburtshelfer“ des Surreal- und Dadaismus, sowie des absurden Theaters, in welchem der primitive, feige, gefräßige und machtbesessene Vater Ubu (Nadine Zeintl) von seiner Frau, Mutter Ubu (Gerhard Lehner) angestiftet wird, durch ein Massaker an dem ehrbaren König Wenzeslaus und seiner Familie den polnischen Thron zu usurpieren…
©Jagoutz/ke

Ubu Roi ist ein Lobgesang auf Egoismus, Feigheit, Gier und absolute Skrupellosigkeit. Heute, nach Jahrzehnten demokratisch geprägter Weltordnung, drohen die Ubu’schen Werte (abermals?) zum globalen Standard zu verkommen.

Alles und jeder fallen der unersättlichen Gier der Ubus zum Opfer. Wer heute noch ein Freund war, ist morgen schon tot. König Ubu mordet sich durchs Land, bereichert sich und nimmt dabei auf Bezüge auf gegenwärtige Politpossen und deren selbstverliebte Protagonisten liegen auf der Hand – ob wir über große Teiche oder nur kurz um die inländische Message-Control-Ecke blicken – wieder einmal meint die Realität die Kunst überholen zu müssen.

Ubu Roi ist eine Farce, eine groteske Komödie, ein grausig-lustiges Kasperltheater, das Anleihen nimmt am großen Welttheater und alten Volksmärchen. Bei den Ubus paaren sich die Macbeths mit den Lugners und gebären die Urform der Groteske.
Eine Reality-Show ohne Ablaufdatum.

UBU (König Ubu/Ubu Roi)
von Alfred JARRY, in der Wiener Fassung von H.C. ARTMANN
Mit Markus Achatz, Rüdiger Hentzschel, Michael Kuglitsch, Gerhard Lehner, Martin Sadounik & Nadine Zeintl.

Regie & Bühne: Rüdiger Hentzschel
Musik & Sounds: Martin Sadounik
Kostüme & Puppen: Caroline
Licht & Bühnenbau. Bernd Zadow
Ton & Visuals: Konrad Überbacher
Regie- und Kostümassistenz: Kerstin Haslauer
Produktionsassistenz: Sarah Mattitsch
Produktion: David Guttner
Graphik: Stefan Schumi
Fotos: Lea Friessner, Günter Jagoutz
Bühnenbau: Siegfried Unterweger
Büro: Franz Doliner


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