Vortrag

Tun Sie etwas!


Jeden ersten Montag im Monat widmet "Lost & Found" jenen Anfängen, denen es stets zu wehren gilt.

"Wenn der große kolumbianische Affe den Menschen erblickt, scheidet er sogleich seine Exkremente aus und schleudert sie mit vollen Händen auf ihn, was beweist:
1. dass er dem Menschen wirklich gleicht,
2. dass er ihn auf gesunde Weise beurteilt. (Paul Valéry)

Aus aktuellem Anlass: Erwin Neidlath-Bogornie & etlich ähnlich wohlfeil partei(zahn)lose Überraschungsgäste im Gespräch mit Renald Deppe zum Thema:
"(…) Er müsse 'auch einmal gegen die in Wien übliche Neidgesellschaft auftreten', erklärte ER. Im Hinblick auf die Förderungen durch die Stadt sehe Er ein 'Jammern auf einem sehr hohen Niveau'." (Der Standard, 30.11./1.12.2013)

Gereicht werden Gedanken, Wasser, Brot & Strenge Klänge.

"Vater, vergib ihnen,
denn sie wissen nicht, was sie tun."
(Evangelium nach Lukas, 23/34)

Gedacht wird an die vielen gewaltsamen Ausgrenzungen all jener selbsternannten (und manchmal auch mehrheitlich gewählten) Sitten-, Rassen-, Heimat- und Leistungswächter.

Eingemahnt werden die schändlichen Vertreibungsstrategien all jener unheiligen Gralshüter, welche durch blutige Reinhaltungshysterien die von ihnen und ihresgleichen beanspruchten vermeintlichen Paradiese wertkonservieren wollen.

Der Faschist: Nach Alberto Savinio »Ein moralisch, geistig und beinahe physisch negativer Mensch, dessen Negativität sich in Feindschaft, Hass und Zerstörungswillen gegen alles, was positiv ist, äußert. Mit diesen Eigenschaften nähert sich der Faschist dem Verbrecher und stellt schließlich zusammen mit dem Verbrecher ein und denselben menschlichen Typus dar. Der Unterschied zwischen Faschist und Verbrecher liegt einzig darin, dass der Verbrecher oftmals isoliert und einsam ist - während der Faschist ein kollektiver und sozialer Verbrecher ist. Der isolierte Faschist verliert seine Eigenschaften als Faschist, seine Kraft als Faschist »verdunstet«, er wird scheinbar ein unschädlicher - ein beliebiger - Mensch. Man muss diese geheime Bedeutung des fascio, des Rutenbündels, aufdecken, nämlich als Symbol für die Einheit, die nötig ist, damit die faschistische Kriminalität wirksam werden kann.«

„Der Trauernde siegt.“ Vielleicht hilft gerade diese von Laozi beschworene Ein-, Um-, Weit- und Weltsicht: Durch mahnendes Eingedenken der sinnlosen Aggression und Gewalt faschistoider Gemeinsamkeiten ein (frühzeitiges) Ende zu bereiten. Tun Sie etwas! Zum Beispiel trauern. Jeden ersten MonatsMontag im Porgy & Bess.

P.S.: Aber auch das sollte bitte (nicht nur) jeden ersten MonatsMontag möglich sein: Aus den Aufzeichnungen (1992-1993) eines Elias Canetti: Bauern im südindischen Karnataka: »Nach monatelangen fruchtlosen Protesten versammelten sie sich jetzt vor dem Parlamentsgebäude und lachten zwei Stunden lang die Regierung aus. 2000 Polizisten schauten tatenlos zu.« (re_ de)

Eintritt: Pay as you wish an der Abendkassa bzw. 7,50.- € im VVK inkl. Sitzplatzreservierung


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