Jazz

Tribute to Ornette Coleman


»Geige spielte er manchmal und Trompete, beides allerdings ohne unbedingten Anspruch auf Virtuosität. Sein Hauptinstrument war das Altsaxophon, aber auch darauf ging es ihm nicht um Technik-Wunder und Artikulations-Heldentaten.

Ornette Coleman war ein stiller Charakter, und die Ausrufezeichen auf dem Titeln einer seiner frühen Platten, „Something Else!!!!“, waren pure Aufforderungen an die Hörer, das Neue auch wahrzunehmen. Auch die Titel der beiden Einspielungen, mit denen er der Geschichte des Jazz folgenreiche innovative Stupser gab, „The Shape of Jazz to Come“ (1959) und „Free Jazz“ (1960) waren mit unsichtbaren Ausrufezeichen versehen: Aufforderungen, einen Weg ins Auge zu fassen. Keine Formulierungen eigener Grandiosität.

Colemans Medium der Revolution war seine Weise, Musik zu machen. Seine Art, das Zuhören und die sorgsame Gestaltung von Beziehungen zwischen Tönen, zwischen Instrumenten, zwischen Eigenarten, also auch zwischen Menschen in den Blick zu rücken. Doppelbesetzungen gehörten darum zu seinen favorisierten Band-Formen, auf dem Epoche machenden Album „Free Jazz“ spielte ein Doppelquartett.«
Auszug aus einem Nachruf der Frankfurter Rundschau anläßlich des Ablebens eines großen Magiers der improvisierten Klänge. Ornette Coleman (1930-2015) brachte vieles auf neue Bahnen. Als ein auf den tradierten Parametern des Jazz aufbauender Neubewerter gewohnter Hör- & Klangstrukturen beeinflusst er bis heute auch die jungen & jüngsten Generationen: Nachzuhören in der Kammer des weiten Horizontes, welche trotz aller gebotenen Strenge eine wohltuende Vielfalt der unterschiedlichsten Wahrheiten des Augenblicks: der Improvisations-, Konzeptions- & Kompositionskunst zulässt. (re_de)

Astrid Wiesinger: Saxophones
Julian Preuschl: Trumpet
Vinicius Ciccone Cajado: Double Bass
Sergey Balashov: Drums


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