Kunstausstellung

Toy_Box - Graue Schleier über der Stadt


2019 sind es genau einhundert Jahre seit der Einführung des Frauenwahlrechts in Österreich und Tschechien. Unter anderem deshalb entschied sich das Tschechische Zentrum Wien die unter dem Pseudonym Toy-Box auftretende Künstlerin zu präsentieren, deren Werk entscheidenden sozialen Charakter hat.

Als erste Frau in Tschechien setzte sich Toy_Box mit zeichnerischen Interventionen im öffentlichen Raum durch. Mit Ihrer Kunst stellt sie sich hinter die Rechte derer, die kein Gehör finden und steht dadurch abseits des Narrativs der Mehrheitsgesellschaft. Kuratiert wird die Ausstellung von Radek Wohlmuth, der beispielsweise die größte internationale Veranstaltung zu Streetart und Graffiti in Prag ausrichtete und mit zahlreichen führenden tschechischen Künstlern zusammenarbeitet.

„Graue Schleier über der Stadt – sie verschwindet – und ich bin der einzige, der sich draußen befindet“ so der Eingangsvers des Songs „Graue Schleier“ (Šedé mraky) des slowakischen Rappers russischen Ursprungs GLEBa:ZOO, der der Ausstellung ihren Namen verleiht. Er illustriert sehr deutlich das scheußliche Gefühl der eigenen Existenz, dass eines der Ausgangspunkte des Werkes der tschechischen Visual-Künstlerin mit geheimer Identität, die unter dem Pseudonym TOY_BOX auftritt. Das Bild der „grauen Schleier“ kann hervorragend als Metapher für eine unglückliche private und gesellschaftliche Perspektive herhalten, sozusagen aus einer gemeinsamen europäischen Erfahrung. Nicht weniger bedeutend ist auch der zweite Teil des Verses, der eindeutig den Handlungswillen aufzeigt, sich der negativen Situation aktiv entgegenzustellen.

Die Ausstellung im Tschechischen Zentrum Wien kombiniert neue mit älteren Arbeiten, vor allem Zeichnungen und Gemälde, die TOY_BOX in einer vielschichtigen Installation im gesamten Raum platziert. Die Themen der Ausstellung sind breit gefächert. Es geht um Entwurzelung, Intoleranz, Obdachlosigkeit oder Tierleiden. Auf der persönlichen, subjektiven Ebene spricht sie auch Ängste, Einsamkeit und Leere an. Ihre Arbeiten sind dokumentarisch, bisweilen naturalistisch, die Aussage gradlinig. Der Grund dafür ist offensichtlich – das Böse muss offen benannt werden.

Eintritt frei!


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