Pop / Rock

Tomorrows Tulips, Mile Me Deaf


Irgendwo zwischen Los Angeles und San Diego gequetscht entbinden Tomorrows Tulips einen Sound wie das komfortable Flattern eines Van Fensters und huldigen zeitgleich der DIY Ästhetik des früheren Undergrounds.

Im Internet hört man bereits das Flüstern und Tuscheln: „Pflaster am Strand“, „Desinteressierte Affäre“, Loser Rock und Bummer Pop. Ob es die Verehrung von „Alien Lanes“ ist oder die Titulierung als Kurt Cobabies, Brent von Further meint: "Alex and Ford are keeping your underground slightly outta tune rock safe." Tomorrows Tulips wurden 2010, ursprünglich als Zuflucht von Alex Knosts damaliger Band Japanese Motors (Vice Records), gegründet. Kurz nachdem Bedroom Recordings zu gedeihen anfing, veröffentlichten die Tulips ihr Debüt „Eternally Teenage“ bei Visual Artist Thomas Campell auf Galaxia Records. Der Nachfolger „Experimental Jelly“ kam dann 2013 auf Burger Records und präsentierte einen vielseitigeren Sound, unter anderem wegen des Zuwachs durch Ford Archbold am Bass und begleitendem Gesang. Das Album wurde von Jamie Dutcher aufgenommen (Holy Shit, Sam Flax), den die Band bei gemeinsamen Touren kennen lernte. Tomorrows Tulips' aktuelle LP „When“ demonstriert die Evolution der Band mitsamt einem Gefühl für Pop Melodien vermengt mit Post Punk, Noise Rock und DIY Recording Techniken.

Mile Me Deaf liefern fuzzige Lo-Fi Tunes mit verschrobenem Twist ab, ohne sich dabei selbst zu ernst zu nehmen. The Line Of Best Fit zeichnete das Debut der Band bereits mit 8,5 von 10 Punkten aus und meinte: „Wolfgang Möstl is the genius you’ve never heard of. No matter how hip with the buzz-blogs you are, there’s a good chance the Austrian lo-fi noise-fuzz indiepop scene was missed, which is almost criminal.”

Genau genommen ist Wolfgang kein Newcomer. Als Kopf von Killed By 9V Batteries und Mitglied der Sex Jams zog es ihn schon seit einer Weile in Richtung dieses dedizierten DIY getriebenen Noisy Lo-Fi Sounds mit unbestreitbarem 90s Appeal, was ihn letztendlich zu einer Schlüsselfigur des pulsierenden Untergrund Wiens machte. Für „Holography“ (2014) streckten Mile Me Deaf ihre Arme genreübegreifend in Richtung Techno Produzent Patrick Pulsinger aus, der zuvor bereits mit Hercules & Love Affair und Patrick Wolf in seinem Wiener Studio zusammen arbeitete. Auf dem Cover des Albums findet man bereits Peggy Bundy, Hunter S. Thompson. Sky Ferreira, Macho Man Randy Savage, Syd Barrett, Leonard Susskind und einge mehr zusammen mit den Badmitgliedern posend in einem eskapistischen Diorama. „I am bored to death with reality“, lässt Wolfgang in den amüsanten Liner Notes verlauten, die des weiteren auch eine verspielte Obsession gegenüber Trash Fernsehen, vergangenen Starlets, sonderbaren Verschwörungstheorien und Ansätze von Quantenmechanik offenbaren. Musikalisch ist „Holography“ ein vielseitiges Album, das easy-going Pop Melodien mit eruptiven Noise Elementen à la Flaming Lips, Ween oder Yo La Tengo verbindet.


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