Theater

Tomer Gardi - Broken German


Tomer Gardi entwickelt in Broken German ein anspielungsreiches, anspruchsvolles und vergnügliches Plädoyer für die Sprachenvielfalt in der einen Sprache, für die Regelübertretung, für das nicht Normierte.

Das Goethe Institut soll feierlich in Kafka Institut umgetauft werden. Für diesen Anlass bereitet der Erzähler eine Rede an die „Geerte Herren von die Akademie“ vor. Er tut dies in einer fremden Sprache, in gebrochenem Deutsch. Bei einem Rundgang durch das Jüdische Museum Berlin fragt er sich, ob er als Jude Teil der Ausstellung ist? Auf der Suche nach der deutsch-jüdischen Vergangenheit passieren die unterschiedlichsten Ereignisse. Erinnerungen aus der Kindheit mischen sich mit witzigen Alltagsgeschichten aus dem heutigen Berlin.

Worte, Gedanken, Metaphern, Bedeutungen, Geschichten und Menschen suchen und finden sich und verlieren sich wieder – im Getümmel der Stadt, im Sein, im Sinn und in der Sprache. Und selbst in der Bar „Zum Roter Faden“ wird man diesen nicht wiederaufnehmen können, denn sogleich entspinnt sich dort die nächste Geschichte. Erfrischend komisch und klug zugleich lebt dieser Stoff von dem unverstellten Blick des auf Deutsch schreibenden, israelischen Autors Tomer Gardi, der 2016 in Klagenfurt beim Bachmann-Wettbewerb damit antrat und prompt eine Diskussion unter den Juror*innen auslöste, ob man „so etwas“ darf: schreiben in einer Fremdsprache, in der man sich nur unperfekt ausdrücken kann.

Tomer Gardi, geboren 1974 im Kibbuz Dan in Galiläa, studierte Literatur und Erziehungswissenschaft in Tel Aviv und Berlin. Er war Herausgeber der Zeitschrift »Sedek: A Journal on the Ongoing Nakba«, ein Projekt der israelisch-jüdischen Initiative Zochrot, die die Erinnerung an die Vertreibung der Palästinenser im öffentlichen Diskurs verankern will. Tomer Gardis literarischer Essay Stein, Papier erschien 2011.


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