Vortrag

Toleranz – Schlüssel zum interkulturellen Dialog oder Synonym für Verlogenheit


Spätestens seit John Lockes „Letter concerning toleration“ ist „Toleranz“ ein zentraler Begriff im interreligiösen und interkulturellen Diskurs. In einer offenen, multikulturellen Gesellschaft wie Österreich ist die Forderung nach Toleranz geradezu eine Grundregel des sozialen Miteinanders. Aber ist „Toleranz“ nicht eine Schönwetter-Tugend, die man pflegt und reklamiert, solange der eigene Wohlstand, der eigene Lebensstil nicht bedroht ist – oder bloß bedroht scheint? Umgekehrt gefragt: Wird „Toleranz“ als Haltung nicht erst dann spannend, wenn die eigene Überzeugung, die eigene Lebensweise massiv in Frage gestellt wird? Oder ist da die Grenze der Toleranz erreicht? Aber wenn wir nur tolerieren, was im Rahmen unserer Lebensvorstellungen „erträglich“ erscheint, verschwimmt dann nicht „Toleranz“ zu einem Synonym für bloß geheuchelte Weltoffenheit oder schlicht für Verlogenheit?

Thomas Mohrs
Philosoph

Klaus Buttinger
Gastgeber


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