Theater

Titkaink


Budapest in den 1980er Jahren. In einem Klima des Misstrauens, der Angst und der Unterdrückung treffen sich Menschen aller Klassen in einem Tanzhaus. Man gibt sich entspannt und ausgelassen, scherzt und flirtet, Geheimnisse werden nur hinter vorgehaltener Hand ausgetauscht. Im Hintergrund dreht sich bedrohlich langsam ein Tonbandgerät, Symbol für die gefährliche Mechanik von Spionage, Bespitzelung und Denunziation.

Mit seiner jüngsten Arbeit versucht der Autor, Regisseur und Schauspieler Bela Pinter nicht nur die Aufarbeitung der sozialistischen Vergangenheit Ungarns, bitterböse und spitz macht er auch die aktuelle politische Situation zum Gegenstand.

Harmlos, folkloristisch, naiv und ein wenig ≫handgestrickt≪ erscheint Titkaink auf den ersten Blick. Erst bei näherer Betrachtung entpuppt es sich als charmant-bissige Karikatur, mit der Bela Pinter seinen Finger in die schmerzhaften Wunden nicht aufgearbeiteter Tabus der ungarischen Gesellschaft legt.


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