Theater

Tiroler G'schichtln: Zeitzeugnisse der besonderen Art


Drei Frauen – drei Lebensgeschichten – drei Schicksale – drei Zeitzeugnisse der besonderen Art. Mit den „Tiroler G'schichtln" holt der „stummer schrei" drei Frauen aus vergangener Zeit zurück ins Leben und auf die Bühne, damit sie von ihren Erlebnissen berichten können.
Die Erzählungen der Schneiderin Anna Zoch sowie der Marketenderin Maria Rogl wurden aufgezeichnet und für immer festgehalten. Die jüdische Sängerin und Tänzerin Friedl Weiss schilderte ihre Geschichte in ihrem 100sten Lebensjahr Ruth Deutschmann vom Österreichischen Zeitzeugenarchiv.
Drei unterschiedliche Frauen, die Eines gemeinsam hatten – das Streben nach einem menschenwürdigen und vielleicht sogar etwas glücklichen und erfüllten Leben, trotz einer von Wahnsinn und Widrigkeiten geprägten Zeit. In Form von Minidramen setzten die Autoren Josef Holzknecht ("Die Schneiderin"), Seimon Dreist ("HitlerJüdin") und Ekkehard Schönwiese („s' Moidele") Anna, Friedl und Maria ein zusätzliches Denkmal.
Die drei Biografiestücke sind Teil eines Austauschgastspielprogramms der Initiative „Theater und Biografie" des „TheaterNetzTirol". Regisseur Andreas Haun verband diese drei Dramen anhand einer Probensituation zu einem „Stück im Stück". Kunstvoll umhüllte er die Biografien mit einer Rahmenhandlung, die er geschickt mit der Geschichte der „HitlerJüdin" verwob. Dazu ließ er noch eine gewisse Absurdität, verflochten mit zeitkritischen Komponenten miteinfließen.

Die 1896 geborene Friedl Weiss begegnete auf ihrem Karriereweg, unter anderem 1930 in einer kleinen Bar in Innsbruck, Adolf Hitler, wurde von ihm umworben und protegiert. Dadurch stieg sie in Berlin zur gefeierten Künstlerin auf, bis der Kapellmeister sie bei der Gestapo verriet. Sie selbst hatte sich nie für Politik, nur für ihre Kunst interessiert.

Dazwischen werden die Kindheitserinnerungen der Maria Rogl wach, die von allen nur „'s Moidal" oder „'s Sigitzer Moidal" genannt wurde. Hübsch war sie anzusehen, die resche Marketenderin und deshalb vom Führer persönlich als "alpenländische Mustermaid" zum Reichsparteitag nach Nürnberg eingeladen worden. Dort wurde sie, die Ahnungslose, die voll war von widersprüchlichen Gefühlen, dann hingeschickt, wurde hochbejubelt und wieder tief fallengelassen.
Als Höhepunkt gibt Schneiderin Anna Zoch Einblick in ihr bewegtes Leben. Sie lässt teilhaben an ihren Lebensträumen. Lässt miterleben die Freude am Verliebtsein, an ihren Kindern und ihrem beruflichen Glück. Lässt mitfühlen ihre Erkenntnis des Irrsinns der Zeit, den Verlust geliebter Menschen und lässt zugleich ihre Stärke und Herzensgüte spüren.


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