Theater

Tinte & Kaffee - Tobak und Mokka


Kaffeehaus und Rauchen – seit Jahrhunderten eine fast untrennbare Kombination. Bis heute, wie es scheint...

Dabei ist es heute beileibe nicht das erste Mal, dass der Dauerstreit zwischen Rauchern und Nichtrauchern die Gemüter erhitzt. Bei der Revolution von 1848 gingen die Menschen unter anderem für das Recht auf die Straße, auch auf der Straße und nicht nur im Kaffeehaus rauchen zu dürfen! Rauchfreiheit, das stand symbolisch für Versammlungsfreiheit, und für das Recht des Einzelnen auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Heute ist es umgekehrt, die Straße wird zum letzten Refugium der Raucher, aber am Grundkonflikt hat sich seit Hunderten von Jahren nichts geändert.

Auch für die Selbstbefreiung der Frau war das Rauchen einmal genauso symbolbehaftet wie das Kaffeehaus. Die rauchende Frau war bis Ende des 19. Jahrhunderts genauso verpönt wie die Frau, die ohne männliche Begleitung ein Kaffeehaus betrat. Die Frau, rauchend im Kaffeehaus – dieses Bild stand sinnbildhaft für ganze weibliche Emanzipationsbewegung!

Warum ist bis heute für viele der Genuss von Kaffee noch immer ohne den Geschmack einer begleitenden Zigarette fast unvorstellbar? Die Frage führt uns zurück, ganz zu den Anfängen. Mit dem Aufkommen der ersten Kaffeehäuser im Abendland, im 17. Jahrhundert, wurde von den türkischen Vorbildern zugleich auch die Sitte des Rauchgenusses im Café übernommen. Waren es zunächst Wasserpfeifen und dann der Schnupftabak, führte die Entwicklung im Lauf der Geschichte von der Pfeife über die Zigarre hin zu unserer modernen Zigarette. Aber immer blieb das Wiener Kaffeehaus ein Ort der Entspannung – wozu der kleine Schwarze, bei dem man Stunden um Stunden bei seinen Zeitungen verbringen konnte, genauso beitrug wie die dabei in Rauchschwaden aufgelöste und damit wenigstens ein kleines bisschen aufgehaltene und gedehnte Zeit...

Durch den Rauch-Nebel der Geschichte versucht das Ensemble „Tinte & Kaffee“, eine Schneise zu schlagen, und möglichst unparteiisch beide Seiten zu beleuchten, sowohl die Rauch-Verfechter wie auch die Rauch-Verächter zu Wort kommen zu lassen. Texte, Gedichte und Beobachtungen von Zeitzeugen, Literaten und Humoristen quer durch die Jahrhunderte zeigen ein differenziertes und unterhaltsames Bild einer Kulturtradition und zugleich eines traditionellen Konflikts!

Es spielen: Susanne Pichler, Elisabeth Seethaler, Christoph Prückner


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