Pop / Rock

Tim Hecker


Tim Hecker ist am Verfall interessiert. Seit Beginn der Nuller-Jahre - zunächst vornehmlich am Powerbook - entwickelt der Kanadier Musik, die den Zuschreibungen „Ambient“ und „Drone“ noch neue dunkle Seiten abringen kann.

Hecker vertont das Modern, das Abbröckeln, die Auflösung der Welt: Dem wohligen Summen und Brummen aus Rechner und Synthesizern setzt er Verzerrung, Stör- und Schleif-Geräusche entgegen. Den oft bemühten Wettstreit zwischen digital und analog inszeniert Hecker als Kräftemessen, das hier aufreibt, dort Erlösung spendet. Sein Album „Ravedeath, 1972“ aus dem Jahr 2011 hat er mit der Unterstützung des australischen Musikers, Komponisten und Producers Ben Frost zunächst in einer einzigen Session in einer Kirche in Island an Orgel, Klavier und Gitarre aufgenommen und später das dort entstandene Material im Studio elektronisch nachbearbeitet. Brüche, Risse, Spalten eingefügt, Unheil verkündendes Zischen und Tosen aus den Maschinen addiert.

Seine 2013 erschienene Platte „Virgins“ ist Heckers bislang beste geworden: Hier hat Hecker erstmals mit einem kleinen Ensemble an Musikern zusammengearbeitet: Es gibt Flöten zu hören, Klarinetten oder auch ein Virginal - eine Schwester des Cembalos. Oft klar im Raum stehend, oft verfremdet und ihrer ursprünglichen Klänge beraubt. Gegen die Elektronik ausgespielt, von ihr überlagert, dann wieder in harmonischer Einigkeit.


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