Pop / Rock

Tim Bendzko



Tim Bendzko geht mit seinem neuem Album "Filter" im Frühling 2020 auf große "Jetzt bin ich ja hier"-Tour.

Tim Bendzko hat gefiltert. Für sein neues Album hat er die Essenz herausgearbeitet, das Wesentlichste. „Es ist mein ganz eigener Blick auf die Dinge.“ Innerhalb eines Jahres sind die 13 Songs entstanden, die nun bei JIVE Germany erscheinen. Von ihnen, die von Getriebenheit im Guten und unerwiderter Liebe handeln, von einem bedingungslosen wie rastlosen Herz, geht Magie aus. Was wohl auch daran liegt, dass Bendzko nicht mit Alibi-Zeilen um sich schmeißt. So kennt man ihn. Und doch spürt man textlich gar eine Steigerung der eigenen sprachlichen Vielfältigkeit und entdeckt für das Genre bislang Ungehörtes.

2018, und das hatte er sich so vorgenommen, war das Jahr für ihn, um aufzuräumen. Radikales Ausmisten. „In allen denkbaren Dimensionen“, sagt er. Und da stand Bendzko dann, irgendwo zwischen Abbruch und Aufbruch, Auszug und Einzug, zwischen Berufung und Versuchung bis hin zum Commitment mit dem Leben, das er leben will. Zumindest jetzt gerade. Angekommen nämlich, ist er noch lange nicht, sagt der Sänger – das ist ohnehin gar nicht das Ziel. Schlichtweg weil das womöglich bedeuten würde, zu stagnieren, es sich zu bequem zu machen. „Reflektieren heißt eben auch immer Zweifeln.“

Worum es ihm dann geht? Bendzko will den Ist-Zustand immer wieder hinterfragen. Sich selbst und das Drumherum. Und er will weiterkommen. Wenn das bedeutet, Umwege zu gehen, dann geht er sie. Denn auch „Fehler prägen mich, mach mehr als genug“, singt er in seiner ersten Singleauskopplung „Hoch“. Der Song handelt davon, auch dann noch weiterzumachen, wenn man glaubt, längst nicht mehr zu können. „Es sind doch genau diese letzten Meter, die nicht mehr zu gehen scheinen, an die man sich später erinnern wird, ist man sie dann doch gegangen.“ Tim Bendzko hat kein Problem, mutig genug zu sein, um über seinen eigenen Schatten zu springen. Und mit dieser Energie will er anstecken. Eine Lebenslust, die jeden bis an eigene Grenzen treiben kann, die herausfordert und am Ende glücklich macht. Traut euch, singt er inbrünstig und voll positiver Energie auf treibenden Beats – „wenn dir die Luft ausgeht, nurnicht nach unten sehen“.

Genau so macht er auch Musik: furchtlos, intuitiv und ganz nah an sich selbst. So ist jede einzelne Zeile zu hundert Prozent Tim Bendzko. Und das obwohl er bei diesem Album erstmals in enger Zusammenarbeit mit anderen Textern gearbeitet hat – weil er das so wollte, um das Beste aus seinem Kern zu filtern.