Jazz

Till Brönner & Dieter Ilg + Jazzmeia Horn


Till Brönner und Dieter Ilg spielen zusammen. Klar, ist man versucht zu sagen, was läge näher? Aber in der Frage steckt auch schon die Antwort. Was könnte näher liegen als eine Zusammenarbeit des Freiburger Bassisten Dieter Ilg und des Berliner Trompeters Till Brönner!

Dass Freiburger sich in Berlin heimisch fühlen und umgekehrt, ist nur ein Aspekt dieses Duos, für dessen Beschreibung das Wort Kohäsion wohl viel zutreffender ist als Kollaboration.

Beide haben in verschiedensten Konstellationen schon Tausende von Geschichten erzählt, beide sind aus der Perspektive des Jazz auf ganz unterschiedliche Weise traditionellem Liedgut verpflichtet. In der DNA beider Musiker steckt ein Bedürfnis nach Osmose. Keine Distanz ist ihnen zu groß, um sich einander anzunähern. Doch diese Gewissheit reicht ihnen nicht. Über Jahrzehnte haben sie immer wieder neue individuelle Positionen im vereinten Klangraum gefunden, aus denen sie im aufeinander Zugehen gemeinsame Schnitt- und Mittelpunkte ableiten konnten.

Statt Genretreue setzen sie auf gegenseitiges Vertrauen, statt Technik auf Leichtfüßigkeit im Austausch. Aus einem unerschöpflichen Reservoir an musikalischen Ausdrucksmitteln und Vorlagen schöpfend, geht es ihnen am Ende immer um die Geschichte, die es im jeweiligen Augenblick zu erzählen gilt. Bewiesen haben sie längst alles, jetzt geht es einzig und allein um den menschlichen Faktor. Freunde, Kollegen, Verschworene, Brüder im Geiste – Till Brönner und Dieter Ilg sind der lebendige Beweis dafür, dass ein Maximum an simultanen Impulsen das Gegenteil von einem Kompromiss sein kann.

Zwei begnadete Storyteller, die zugleich aufmerksame Zuhörer sind, geben sich die Ehre. Zwei Genies an ihren Instrumenten treffen sich zum kreativen Stelldichein. Blind vertrauen sich die beiden Musiker, die seit vielen Jahren zusammen spielen. Die seltene Konstellation im Duo verspricht ein melodiereiches, virtuoses, kompromissloses Spiel. Eine intensive und einzigartige Begegnung.

Jazzmeia Horn

Die 1991 in Dallas geborene Sängerin Jazzmeia Horn klingt beinah wie die Inkarnation von Betty Carter. Seit deren Ableben hat man keine so flüssigen Scats mehr gehört. Aber wie Horn auf ihrem im Vorjahr erschienen, famosen Debütalbum „A Social Call“ zeigt, hat sie weit mehr zu bieten als bloß flüssigen Silbengesang. Die Art wie sie den Stylistics-Soulklassiker „People Make The World Go Round“ interpretiert, offenbart, dass sie eine politische Agenda hat. Im stimmigen Intro spricht sie Korruption, virulenten Rassimus, negierte Armut und die Machenschaften der Nahrungsmittelindustrie an. Horn macht darüber hinaus auch bei steinalten Spirituals wie „Lift Every Voice and Sing“ und „Wade In The Water“ erstklassige Figur.

Gerne zweigt sie auch zu Soul und Latin ab und wildert ganz selbstverständlich im Repertoire einer Ella Fitzgerald und einer Betty Carter. Spielend schafft sie es, tot gehört geglaubte Standards mit neuem Pep zu singen. Jazzmeia Horns Auftauchen in der internationalen Szene sorgt für ähnliches Aufsehen wie jenes von Cecile McLorin Salvant und Gregory Porter vor fünf Jahren. Zu ihren hörbaren Einflüssen zählen neben Betty Carter auch Cassandra Wilson und Erykah Badu. Obwohl waschechte Texanerin, liebt Horn afrikanisches Styling. Bei ihren packenden Auftritten tritt sie bevorzugt in bunter, floral gemusterter Afro-Fashion auf. Mit ihrem Debütalbum war Jazzmeia Horn heuer zum ersten Mal für den Grammy in der Kategorie Jazzgesang nominiert. Zudem ist Jazzmeia Horn als Gastsängerin auf dem letzten Album von Lafayette Harris zu hören. 2015 gewann sie den prestigeträchtigen Thelonious-Monk-Wettbewerb.


Vergangene Termine