Theater

Tiago Rodrigues - Catarina e a beleza de matar fascistas


In Catarina oder von der Schönheit, Faschisten zu töten kidnappt eine Familie einen Richter. Die Namensgeberin der jüngsten Tochter und zentralen Figur in dem aufkommenden Dilemma ist Catarina Eufémia. Die 1954 von der Salazar-Diktatur ermordete Landarbeiterin ist keine Erfindung. Sie wurde zu einem Symbol des Widerstands und des Kampfes um Gerechtigkeit. Der portugiesische Richter Joaquim Neto de Moura ist auch keine Erfindung. Im heutigen Portugal legitimiert er mit Blick in die Bibel Gewalt von Männern an Frauen. Tiago Rodrigues, Autor, Regisseur und Intendant, versucht, dieser misogynen Realität mit Fiktion beizukommen.

Mit Catarina e a beleza de matar fascistas reflektiert er das Verhältnis von Bühne und Wirklichkeit, von Spiel und Ernst. Lässt sich im Theater das Leben proben? Auf einer Bühne politisches Handeln testen? Ästhetisch reduziert und präzise konstruiert, entwickelt sich ein Krimi. Hatte Rodrigues 2019 bei den Festwochen mit der sensationellen Produktion Sopro das Potenzial von Sprache und Erinnerung gefeiert, geht es ihm diesmal um die Tat. Um Gewalt und Konsequenzen der Darstellung von Gewalt auf einer Theaterbühne.

Text, Regie
Tiago Rodrigues
Mit António Fonseca, Beatriz Maia, Isabel Abreu, Marco Mendonça, Pedro Gil, Romeu Costa, Rui M. Silva, Sara Barros Leitão


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