Vortrag · Film

Thomas Tode - Potemkin ist eigentlich Science Fiction


Mit Sergei Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin (Bronenosez Potemkin, SU 1925; deutsche Nadeltonfassung von 1930, 49’) nimmt der neue sowjetische Film seinen Platz im Weltkino ein. Eisensteins brilliante Montage, sein Sinn für grafische Bilder, Kontrast und Wiederholung, virtuose Zeitraffung oder -dehnung und die schockhafte Kollision von Bildern, unterläuft die übliche glatte Illusion von Realität. In diesem Film wendet sich Eisenstein den Ereignissen der ersten, gescheiterten Revolution von 1905 im Hafen von Odessa zu. Seinerzeit in vielen Ländern zensiert, werden der kürzlich von Martin Reinhart und Thomas Tode aufgefundene originale Soundtrack des Films von 1930 mit der berühmten, von Adorno und Eisler als ‘non-commercial‘ bezeichneten Musik von Edmund Meisel erstmals zu hören sein.

Im Anschluss berichtet Thomas Tode von der Fundgeschichte und stellt alternative Vertonungen (Krjukow, Schostakowitsch) an ausgewählten Szenen vor. Sein gemeinsam mit Martin Reinhart und Manu Luksch erstellter Film Dreams Rewired läuft aktuell in österreichischen Kinos und behandelt die von den durch die frühen technischen Medien (Telefon, Film, Fernsehen) entfachten Utopien, Sehnsüchten und Ängsten.


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