Diverses · Literatur

Theodor-Kramer-Preis 2016


Zum 16. Mal wird der mit 8.000 Euro dotierte Theodor-Kramer-Preis für Schreiben im Widerstand und Exil verliehen – heuer an Stefan Horvath und Gerhard Scheit. Die beiden Autoren werden in Lesung und Gespräch vorgestellt. Laudatio: Lydia Mischkulnig. Moderation: Karl Müller und Konstantin Kaiser.

Stefan Horvath begann einen Tag nach dem Terroranschlag von Oberwart 1995, bei dem u.a. sein Sohn ermordet wurde, mit 46 Jahren zu schreiben. Sein Erzählen ist ein Ankämpfen gegen das eigene Stillschweigen und gegen das Totschweigen durch die Gesellschaft. Seit 2003 sind u.a. die Bücher „Ich war nicht in Auschwitz“ und „Atsinganos“ erschienen sowie Gedichte und der Einakter „Begegnung zwischen einem Engel und einem Zigeuner“. Stefan Horvath schreibt ohne Verbitterung, ohne Illusion, jedoch mit viel Hoffnung und meisterhaftem erzählerischen Können.

Gerhard Scheit kämpft gegen die Barbarei. Er schreibt über Exil, die Musik im Exil während des NS-Terrors, über Widerstand, jenen Jura Soyfers oder Brechts, über Antimodernismus und vor allem über Antisemitismus, der mit 1945 nicht verschwand. In seiner Kritik reiht er sich in die Tradition Adornos oder Jean Amérys ein. „Wenn es in Österreich und Deutschland jemanden gibt, der seit über 30 Jahren konsequent profunde essayistische, philosophische und kämpferische Literatur zu Exil, Widerstand und Antisemitismus geschrieben hat, dann ist es Gerhard Scheit“, urteilt die Jury. „Mit seinen sprachlich brillanten Essays betritt er den weiten Weg zu einer schwierigen Heimkehr – zum denkenden, sein Handeln verantwortenden Menschen.“


Vergangene Termine