Theater

Theaterachse Salzburg: Der Weibsteufel


„ Zuerst habt ihr mich aufgerissen bis auf den Grund, und jetzt möchtet`s ihr mich wieder zudrehn, wie einen Wasserhahn. Aber mich fangt ihr nimmer ein."

Auf ein Schmugglerehepaar an der Grenze zwischen Bayern und Tirol wird ein junger Gebirgsjäger angesetzt, der sich an die Frau heranmachen soll, um dem Mann das Handwerk zu legen. Der Schmuggler hält seine Frau an, auf die Avancen des Polizisten einzugehen, aber aus der taktischen Annäherung zwischen Frau und Jäger erwächst eine alpenländische amour fou und aus der erotischen Tauschfreudigkeit des Ehemanns brennende Eifersucht. Die Erotik der Frau soll den materiellen Interessen der konkurrierenden Männer dienen. Doch sie sprengt die Ökonomie, die sich um ihren Körper herum aufbaut, indem sie echte Gefühle in Umlauf bringt.

Karl Schönherr 1867 bis 1943, aus Tirol stammender Arzt und Autor, war zusammen mit Arthur Schnitzler der erfolgreichste österreichische Dramatiker in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Von Bühnen und Kritik sehr ungleich behandelt, haben die beiden angeblich einmal erwogen, ihre Stücke mit vertauschten Namen erscheinen zu lassen. Die ökonomische Unabhängigkeit, die der „Weibsteufel“ am Ende erreicht, hat in Schnitzlers Werk allerdings kaum je eine Frau erlangt.

Regie: Mathias Schuh
Ausstattung: Rafaela Wenzel
Spiel: Julia Frisch, Thomas Hofer u. Mathias Schuh


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