Diverse Musik · Klassik

The Tallis Scholars - Metamorphosis


„Der Klang, der von den Tallis Scholars kommt, überschreitet beinahe das Menschenmögliche.“ Die Grenzerfahrung, wie sie die Zeitung „The Telegraph“ ausdrückte, ist auch zu erwarten, wenn das wohl berühmteste Vokalensemble unserer Epoche mit sakraler Musik durch vergangene und gegenwärtige Zeiten und drei religiöse Bekenntniskreise pilgert.

Auf Wallfahrt durch drei christliche Konfessionen geht das englische Vokalensemble The Tallis Scholars. Peter Phillips, vor 41 Jahren Gründer und seither Leiter des wohl berühmtesten Vokalensembles unserer Zeit, hat die Gebete des „Vaterunser“ und des „Ave Maria“ sowie zwei Lobgesänge aus dem Lukas-Evangelium, „Nunc dimittis“ und „Magnificat“, ausgewählt, um an den musikalischen Verwandlungen in Werken der katholischen, anglikanischen und orthodoxen Tradition auch die faszinierenden Ähnlichkeiten über die Bekenntnisse und Jahrhunderte hinweg hörbar zu machen.

Die zentralen christlichen Botschaften der Texte verschmelzen in den verschiedenen Kompositionen zu einer spirituellen Metamorphose. Das „Vaterunser“, von Christen aller Kirchen und Konfessionen gebetet, führt von Vertonungen in lateinischer Sprache, wie von dem Renaissancemeister Jacobus Gallus, dessen musikalischer Weg als Chorknabe in Stift Melk begann, bis zu Igor Strawinskis Komposition in russisch-orthodoxer Tradition und dem englischen „Our Father“ von John Tavener, der selbst eine konfessionelle Wandlung von der presbyterianischen zur orthodoxen Kirche erlebte. Das „Nunc dimittis“, der Lobgesang des greisen Simeon auf die Ankunft des Jesuskindes im Tempel von Jerusalem, und das „Magnificat“ führen vom 17. Jahrhundert und dem englischen Komponisten Orlando Gibbons bis in die Gegenwart zum estnischen Komponisten Arvo Pärt. In Pärts russischem „Bogoroditse devo“ mündet auch das Mariengebet, das vom gregorianischen Hymnus des „Ave Maria“ seinen Ausgangspunkt nimmt.

„Der Klang überschreitet das Menschenmögliche“, schrieb die britische Zeitung „The Telegraph“ über The Tallis Scholars. Die Grenzerfahrungen im Hören des Ensembles beziehen sich dabei sowohl auf seine Gesangs- und Interpretationskunst, als auch auf die Dimension der Vokalmusik aus sieben Jahrhunderten, die von The Tallis Scholars gesungen wird und auch auf Dutzenden, vielfach preisgekrönten CDs dokumentiert ist. 2013 wurde The Tallis Scholars in die „Gramophone Hall of Fame“ aufgenommen.

Begleitprogramm:
16:00 Film im Kino im Kesselhaus
CHILDREN OF THE PROPHET





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