Kunstausstellung · Fotografie Ausstellung

The PhotoHouse - Das Archiv des legendären Rudi Weissenstein in Tel Aviv


Museumsshop Gottfried & Söhne im Jüdischen Museum Wien überrascht, fasziniert und begeistert zur Foto Wien ab 21. März mit einer exklusiven Ausstellung aus dem millionenfachen Schatz an historischen Aufnahmen von The PhotoHouse in Tel Aviv, eines der größten privaten Archive weltweit zu jüdischem Alltagsleben und der Geschichte des Staates Israel.

Augenblicke unbeschwerten Glücks, etwa beim Baden im Meer – Luftsprung von des Fotografen Ehefrau inklusive, Aufbruchsstimmung, genährt durch Sehnsucht und Hoffnung aus zutiefst leidvollen Erfahrungen und Erinnerungen, pulsierende Straßenszenen, Landschaft und Kultur im unterschwelligen Kontra-Blickwinkel zu Konflikten und (Militär-)Gewalt: Gottfried & Söhne, Museumsshop im Jüdischen Museum Wien, zelebriert das Werk des Foto-Chronisten Rudi Weissenstein. Im Rahmen der Foto Wien verwandelt sich der in der Tradition eines österreichisch-jüdischen Kaufhauses als zeitgemäßer Begegnungsort für israelisches Design konzipierte Warenhaussalon ab 21. März in eine Ausnahme-Galerie. In ein Schaufenster für einzigartige Foto-Dokumente, die jüdisches Alltagsleben und die Geschichte des Staates Israel seit dessen Anbeginn unnachahmlich widerspiegeln.

Einzigartige Zeit-Dokumente
Begründet 1936 im Herzen Tel Avivs von dem Fotografen Rudi Weissenstein gilt The PhotoHouse als ältestes Fotogeschäft Israels und ist heute eines der größten privaten Archive historischer Fotografien aus den 1930er- bis 1970er-Jahren. Es beherbergt mehr als eine Million Foto-Negative, die den Geist, die Atmosphäre, die Menschen sowie die entscheidenden geschichtlichen Ereignisse Israels beleuchten – Rudi Weissenstein hielt am 14. Mai 1948 als einziger akkreditierter Fotograf die Gründung des Staates Israel für die Ewigkeit fest. Sein Foto von David Ben Gurion mit der Unabhängigkeitserklärung in der Hand ging um die Welt.

Wunderbare Kooperation
Nach dem Tod von Rudi Weissenstein 1992 führte Ehefrau Miriam The PhotoHouse, in ihren letzten Jahren schon gemeinsam mit Enkelsohn Ben Peter, weiter. Seit 2011 kümmert sich Ben Peter Weissenstein um dieses besondere Erbe. Die Fotografien sind international in zahlreichen Ausstellungen zu sehen und hoch dekoriert. Gottfried & Söhne arbeitet seit Eröffnung des Museumsshops im Jüdischen Museum Wien mit The PhotoHouse zusammen. „Auf meinen Recherche-Reisen nach Tel Aviv begegneten mir die Fotografien von Rudi Weissenstein an vielen Orten – und: Sie zogen mich stets unübersehbar magisch an. Ich habe mich sehr rasch mit Ben Peter Weissenstein getroffen – aus unserem persönlichen Erstkontakt ist eine wunderbare Kooperation entstanden“, erzählt Elisabeth Maria Gottfried. Gemeinsam mit Ben Peter Weissenstein kuratierte die studierte Kunsthistorikerin jetzt ihre Shop-Ausstellung aus den faszinierenden Bildern Rudi Weissensteins, der ehemals die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien besuchte. Besonderer Blickfang ist ein Potpourri aus animierten Fotos. Da flattern Haare im Wind, bauscht sich ein Rock, erwachen Personen aus der Vergangenheit in sachten Bewegungen.

Vom Print bis zu Postkarten und Lesezeichen
Zusätzlich zu hochwertigen Prints, Poster und Postkarten sind Magnete, Coaster (Glasuntersetzer) sowie Lesezeichen mit Weissenstein-Fotos erhältlich. Und natürlich darf das Buch „Rudi – Discovering the Weissenstein Archive“ aus dem Kehrer Verlag nicht fehlen. Darin findet sich, aufgearbeitet von Weissenstein-Enkel Ben Peter, auch die Geschichte jenes Mannes, der, 1910 im böhmischen Iglau im heutigen Tschechien geboren, mit acht Jahren seine erste Kamera geschenkt bekam und Zeit seines Lebens der Fotografie huldigte, um „die Welt zu durchschauen“. Nach einer Buchdruckerlehre in Wien und seiner Tätigkeit als Pressefotograf in Prag wanderte Rudi Weissenstein 1935 nach Palästina aus, baute sich in Tel Aviv eine neue Karriere auf und fand dort auch privat sein Glück – 1940 heiratete er die aus Prag stammende in Wien ausgebildete Tänzerin und Akrobatin Miriam Arnstein. Gemeinsam machten sie ihr PhotoHouse „Pri-Or“ („Frucht des Lichts“) zu dem, was es heute noch ist: eine einzigartige Chronik jüdischen Alltagslebens und des Staates Israel, in der nicht nur Kundschaft, Sammler und Ausstellungsgäste blättern, sondern Menschen, die auf der Suche nach ihrer ganz privaten Geschichte sind.


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