Theater

The Encounter


Simon McBurney, Regisseur und Gründer von Complicite, tritt in The Encounter selbst auf, ganz allein, nur ein Tisch, ein Stuhl und ein paar Tonbandkassetten finden sich noch auf der Bühne.

Mehr braucht es nicht, um vollkommen unerwartet eine Welt entstehen zu lassen; eine Welt, die verblüffenderweise nur aus Geräuschen und Klängen besteht und die den Zuschauer ausschließlich über Kopfhörer erreicht. Sind Töne im Theater oft nur Begleiter von Szenen – im neuen Opus McBurneys sind sie das tragende Ausdrucksmittel.

The Encounter ist inspiriert von Petru Popescus Roman Amazonas. Erzählt wird, wie der Fotograf des National Geographic, Loren McIntyre, 1969 aus einem Flugzeug heraus im Amazonas-Dschungel abgesetzt wird. Je tiefer der Held, in der Hoffnung, Kontakt zu Mayoruna-Indianern aufzunehmen, in die Wildnis des Urwalds vordringt, umso höllischer gebärdet sich die Klangwelt in den Kopfhörern. Quälendes Mückengesumm, Knurren von Jaguaren, Rauschen von Wasserfällen, gesprochene Erinnerungen des Helden, die Stimme des Erzählers, andere ihn unterbrechende Stimmen und nicht zuletzt das Charisma Simon McBurneys sind die Komponenten dieser vielschichtig erdachten Geschichte. Ihr Wechselspiel zerstört alle herkömmlichen Vorstellungen von Geografie und Anthropologie und greift fundamental in unser Verständnis davon ein, was Theater sein kann.

Simon McBurney begeisterte bei den Wiener Festwochen 2007 mit A Disappearing Number und 2012 mit seiner Inszenierung von Michail Bulgakows Der Meister und Margarita.

Complicite / Simon McBurney

Schauspiel / Premiere im deutschsprachigen Raum / London


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