Tanz

The Crimson House


Als „Höhepunkt der Saison 2010“ bezeichnete das Magazin tanz diese bildgewaltige Kreation von Angelin Preljocaj: Ein künstlerisch funkensprühender „clash of the arts“ in der Zusammenarbeit des Ballet Preljocaj mit dem international renommierten indischen Künstler Subodh Gupta.

KONZEPT, BÜHNE, CHOREOGRAFIE UND REGIE Lemi Ponifasio
LICHTDESIGN Helen Todd
TANZ & PERFORMANCE MAU Company: Ioane Papalii, Charles Koroneho, Nina Arsenault, Teataki Tamango, Bainrebu Tonganibeia, Arikitau Tentau, Kelemete Fu'a, Maereke Teteka

Der weltweit renommierte Regisseur Lemi Ponifasio, gebürtig aus Samoa, und seine neuseeländische MAU Company, TänzerInnen aus Neuseeland und den Pazifischen Inseln, sind erstmals im Festspielhaus St. Pölten zu Gast. Ponifasios neue Kreation „The CRIMSON HOUSE“, die im Festspielhaus zur Europa-Premiere gelangt, ist nach dem samoanischen Fale’ula benannt, dem ersten Haus, das der Vorfahre der Götter, Tagaloalagi, der Menschheit als seinen Regierungssitz schenkte.

Es geht um die Frage nach der göttlichen Herkunft des Wissens und dessen Entwicklung zu einem Werkzeug der Unterdrückung und Herrschaft und der Frage nach Panoptismus als Machtphänomen einer überwachten Welt – ausgehend vom Garten Eden zu dem samoanischen Fale’ula-Haus bis hin zu unserer „sozial vernetzten“ Gesellschaft. Wir sind Akteure des modernen Lebens, das in jedem Moment überwacht wird – auf den Straßen, in den Einkaufs-
zentren, den Flughäfen, am Arbeitsplatz, zuhause und in unseren sozialen Netzwerken. Wir leben in einer Welt, die alles sieht und nichts vergisst. „The CRIMSON HOUSE“ ist keine Auseinandersetzung mit Gott oder der Technologie, sondern eine „Provokation“ des menschlichen Bewusstseins: „Wir verstehen erst, was wir verloren haben, wenn wir die Toten wiedererwecken.“

Lemi Ponifasios international vielbeachtete Theaterarbeit schafft neue Raum- und Zeiterfahrungen eindringlich verlangsamter Bildwelten aus Bewegung, Licht und Schatten, die, fernab von jedweden Klischees, von den Mythen und Ritualen des pazifischen Raums in eine radikale und neue Theatererfahrung führt.


Vergangene Termine