Theater

Thais



Comédie lyrique in drei Akten und sieben Bildern (1898)
Musik von Jules Massenet
Libretto von Louis Gallet nach dem gleichnamigen Roman von Anatole France
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Neuproduktion des Theater an der Wien

Der historische Skandalromen Thaïs von Anatole France, basierend auf der Legende der äyptischen Hetäre und Eremitin, war Inspiration und Grundlage für Jules Massenet. Die tragische Geschichte der Läuterung der Kurtisane Thaïs durch den Eremiten Athanaël und dessen unglückliche und unerfüllte Liebe zu ihr zeigt, wie die sozialen Festlegungen der Rollen von Mann und Frau in der patriarchalischen Gesellschaft menschliche Beziehungen unmöglich machen.

Im Gegensatz zur literarischen Vorlage treten bei Massenet die antiklerikalen und satirischen Elemente zurück, um die beiden Hauptfiguren in ihrer tragischen Selbsttäuschung genauer zu zeigen. Nach der glücklosen Uraufführung 1894 wurde die Oper in der zweiten Fassung 1898 zu einem Welterfolg. Thaïs gilt als eine in sängerischer und darstellerischer Hinsicht schwierige Rolle. Die Musik ist, vom Stil des Fin de siècle geprägt, verführerisch, poetisch und melancholisch, doch gibt Massenet dabei mit seiner subtilen psychologischen Zeichung deutliche Hinweise, dass weder die Verderbtheit der Kurtisane noch die Keuschheit Athanaëls unumstösslich sind. Zentrum des Werkes ist die berühmte „Meditation“, die die inneren Vorgänge von Thaïs‘ Bekehrung schildert. Die perfekte Verschmelzung von Wort und Ton, die Massenets Komposition auszeichnet, war Inspiration für spätere Komponisten wie Debussy.

Mit dieser Oper kehrt einer der großen Meister der Bühne wieder an das Theater an der Wien zurück: Peter Konwitschny. Er schuf hier zahlreiche richtungsweisende Inszenierungen wie Verdis Attila oder Egks Peer Gynt. Am Pult des ORF Radio-Symphonieorchester Wien steht Leo Hussain. Eine starke Sängerdarstellerin übernimmt die schwierige Rolle der Thaïs: Nicole Chevalier. Sie begeisterte am Theater an der Wien u.a. als Vitellia in Mozarts La clemenza di Tito und als Leonore in Beethovens Fidelio. Ihr Athanaël ist der österreichische Tenor Josef Wagner. In weiteren Rollen sind Roberto Saccá, Carolina Lippo, Sofia Vinnik sowie Günes Gürle zu hören. Es singt der Arnold Schoenberg Chor (Ltg.: Erwin Ortner).


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