Literatur · Theater

Text und Sound als Text


1979 besorgt sich Michael Glasmeier einen Stempelkasten und einen Schwung unlinierter Leintal-Schulhefte, „holzfrei 80g", um einen einfachen, aber hinreichend literarischen Titel zu setzen: „gedichte". Damit beginnt eine rege lyrische Produktion über gut zehn Jahre: literarische Bild- und konkrete Sprachkritik, Albernes, Urbanes und Landschaftliches. Eine Auswahl dieser Produktion erscheint 2011 unter dem Titel „und zwischen dazwischen und dazwischen und... Poetische Hefte und Zyklen 1979 – 1987“, hg. und kommentiert von Jan-Frederik Bandel. (Textem, VerlagHamburg)

Nach einer bebilderten Lesung aus diesem Band wird das Hörspiel „kaputt“ vorgestellt, das 1970 vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) gesendet wurde. Im Programmheft schreibt der damals 19jährige Oberschüler: „Mein Hörspiel ist gemacht mit einem kaputten Kassettenrecorder. Es ist ein unperfektes Zufallsprodukt. Ich spiele den Leuten etwas vor und sie können es hören. Also: Hörspiel im wörtlichen Sinne. Hörspiele, wie sie im Augenblick produziert werden, sind die perfekte Weiterentwicklung literarischer Aussagen. Mein Hörspiel verzichtet darauf. Das heißt: Ich habe mich hingesetzt, einen Text von Burroughs genommen, Platten vorgespielt, mit dem kaputten Kassettenrecorder gekämpft. Ich habe mich oft versprochen. Alles ist Zufall.";


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