Literatur

Teju Cole - Vertraute Dinge, fremde Dinge


Moderation: Sigrid Löffler
Deutsche Lesung: Michael Dangl (Theater in der Josefstadt)

Vertraute Dinge, fremde Dinge offenbart den Reichtum von Teju Coles Interessen, sein Beheimatetsein in der Welt. In seinen Texten über Literatur, Fotografie, Kunst und Politik findet er zum poetischen Kern seines Denkens und Schreibens.
Teju Cole betrachtet Kunst, wie er die Welt betrachtet: mit dem Blick eines unsystematischen Historikers, der zunächst beobachtet, beschreibt, das Offensichtliche betrachtet, um zu dem weniger Offensichtlichen vorzudringen, das darunter liegt. Seine Essays handeln von der Erfahrung des Unterwegsseins und von politischer Moral, von Rassismus und davon, warum auch ein Präsident, der die »richtigen« Bücher liest, in seinem Amt Menschen tötet. Und er schreibt über das, was ihn geistig nährt: über Baldwin, Sebald und Tranströmer; über Brasilien, Italien und Palästina; über die Ästhetik westafrikanischer Auftragsfotografie und über Instagram - und darüber, wie es ist, im stillen, wohlgeordneten Zürich über einen Ort wie Lagos nachzudenken. Immer wieder zieht er erhellende Verbindungen, von der konkreten Gegenwart zur Dichtung, von der Geschichte zur Kunst. Sein Buch wird dadurch zu einer Schule des Sehens als praktiziertes Nachdenken über die Welt.

Teju Cole, 1975 in den USA geboren, wuchs in Nigeria auf. Er lehrt am Bard College und ist der Fotografie-Kritiker des New York Times Magazine. Seine fotografische Arbeit wird international ausgestellt, seine Bücher Open City und Jeder Tag gehört dem Dieb gelten als herausragende Werke der neueren amerikanischen Literatur. Er wurde u. a. mit dem PEN/Hemingway Award, dem Internationalen Literaturpreis und dem Windham Campbell Prize ausgezeichnet. Er lebt in Brooklyn, New York. www.tejucole.com, Twitter: @tejucole
Sigrid Löffler, geboren 1942, ist Literaturkritikerin, Publizistin und Kulturkorrespondentin. Sie war Redakteurin, Ressortleiterin und Herausgeberin bei zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften im deutschsprachigen Raum, mit Marcel Reich-Ranicki und Hellmuth Karasek ständige Teilnehmerin an der ZDF-Sendung Das Literarische Quartett, Feuilletonchefin der ZEIT und Herausgeberin der Zeitschrift Literaturen. Sie erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, zuletzt das Ehrendoktorat der Universität Bielefeld 2010. Sigrid Löffler lebt in Berlin.


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