Theater

Tartuffe


„Tartuffe“
Komödie von Moliére

Was ist er denn jetzt, dieser Tartuffe? Ein frommer, charismatischer Führer oder bloß ein schamloser, scheinheiliger Heuchler? Die Meinungen in der reichen Familie Orgon, bei der er Aufnahme gefunden hat, gehen da ziemlich auseinander: Monsieur Orgon und seine Mutter verfallen Tartuffes Charme und seiner spirituellen Anleitung, der Rest der selbst nicht gerade uneigennützigen Familie, kämpft vergeblich dagegen an, dass der Eindringling langsam all das bekommt, was er begehrt: Geld und Haus, Tochter und Ehefrau des Gastgebers.

Monsieur Moliére zeigt das Böse aber nicht in perfekter Tarnung, sein Tartuffe bezieht seine Macht aus der unverschämten Offensichtlichkeit seiner miesen Absichten. Und was passiert, wenn jeder einfach das zur Wahrheit erklärt, was er hören will? Moliére schrieb sein Stück 1664 als offenen Angriff auf den heuchlerischen Klerus. Heute liest sich Tartuffe wie ein moderner Kommentar auf die Richtungslosigkeit und Überforderung des modernen Menschen und seine Bereitschaft, vermeintliche Leerstellen mit dem Glauben an einfache Wahrheiten und neue Autoritäten zu füllen.

Inszenierung & Raum: Marcus Ganser
Kostüm: Alexandra Fitzinger
Musik: Fritz Rainer

Es spielen:
Margot Ganser-Skofic, Eszter Hollósi, Christina Saginth, Glenna Weber, Georg Kusztrich, Anselm Lipgens, Sebastina von Malfér, Thomas Marchart, Christoph Prückner, Alexander Rossi


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