Oper · Theater

Tannhäuser


Pralle Lebenslust im Venusberg, züchtiger Minnesang auf der Wartburg, körpervernichtende Buße auf der Pilgerreise nach Rom – Tannhäuser sucht die Extreme der menschlichen Existenz, wird aber vom Überdruss nicht verschont.

Nach Jahren in den Armen der Liebesgöttin Venus sucht er die Erfüllung in der geistig geprägten Liebe zu Elisabeth, der Nichte des Landgrafen Hermann. In der Wartburggesellschaft bleibt er ein Außenseiter, wird nach einem Eklat auf dem Sängerfest gar verstoßen und muss versuchen, als Büßer die Absolution des Papstes zu erlangen. Als dieser sie ihm verweigert, scheint ein überirdischer Akt der Liebe die Erlösung zu bringen. Doch auch nach diesem utopischen Happy End bleibt das schale Gefühl, dass mehr Fragen als Antworten im Raum stehen.

In seiner fünften Oper machte Richard Wagner nach dem Fliegenden Holländer einen weiteren Schritt in Richtung seines musikdramatischen Personalstils. Üppige Chöre und weitgespannte Tableau-Szenen lassen noch die neueste Mode der französischen Grand Opéra erkennen, doch mit der Erlösung eines Außenseiters durch die Liebe einer Frau griff Wagner Themen auf, mit denen er sein ganzes künstlerisches Leben bis hin zum Parsifal immer wieder aufs Neue rang.


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