Theater

Tania Bruguera - Galileo


Inspiriert von Bertolt Brechts bedeutsamen Drama Leben des Galilei sowie von historischen und gegenwärtigen Persönlichkeiten wie Hannah Arendt oder Edward Snowden, entwickelt die kubanische Künstlerin Tania Bruguera für die Wiener Festwochen ein performatives Setting, um Fragen nach Wahrheit, Entscheidung, Pflicht und den herrschenden Mächten zu stellen.

Brechts Galileo scheint kein mutiger Mensch zu sein. Er fürchtet sich vor körperlichen Schmerzen, vielleicht sogar einfach nur vor dem Verlust von Komfort. Aber was würden wir an seiner Stelle tun? Und selbst wenn wir uns für den schwierigen, den gefährlichen, den tapferen Weg entschieden – ist das zwangsläufig der richtige? Er könnte andere in Gefahr bringen, würde vielleicht auch nichts ändern; ein vergebliches, schnell instrumentalisiertes Opfer.

Niemand hat völlige Kontrolle über die eigenen Gesten. Also: Wie fällt man die richtige Entscheidung – und ist weder ein schlauer Feigling noch ein dummer Held? Galileo ist kein Theater der Repräsentation, es erzeugt einen reflexiven wie auch emotionalen Erfahrungsraum und wird so zur „nützlichen Kunst“ – ein Begriff den Tania Bruguera geprägt hat: Kunst, die ein Werkzeug sein möchte, um in die politische Realität unserer Gesellschaften und Ökonomien zu intervenieren.


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