Vortrag

Tacheles: Brauchen Menschen Feindbilder?!


Der Kulturhistoriker Manfred Wagner trifft die Schriftstellerin und Filmemacherin Susanne Ayoub und den Sozialanthropologen Johann Heiss zum gemeinsamen Denken.

Es gibt kaum eine öffentliche Diskussion, die nicht mit dem Feindbild-Syndrom infiziert ist. Rechte gegen Linke, Nationalisten gegen die EU, Mehrheiten gegen Minderheiten und umgekehrt, überall werden Feindbilder konstruiert und von Demagogen, Populisten und vor allem den Medien propagiert. Haben die Skeptiker recht mit der Behauptung, bestimmte Vorstellungen von Ordnung, Sicherheit und Voraussagbarkeit würden sich im Menschen festsetzen? Oder entstehen politische Meinungen überhaupt nur aus Vorurteilen? Gibt es so etwas wie Wertneutralität?

Die in Bagdad geborene Schriftstellerin und Filmemacherin Susanne Ayoub schrieb Theaterstücke, Drehbücher, Hörspiele, vier Romane und einen Gedichtband. Seit 2002 beschäftigt sie ein multimediales Bagdad-Projekt, im Zuge dessen u.a. das Hörbuch "Geboren in Bagdad" sowie ein gleichnamiges preisgekröntes Radio-Feature entstand.

Johann Heiss ist Mitarbeiter an der Kommission für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Seine Forschungsschwerpunkte sind unter anderem die Kulturkontakte zwischen den Europäern und dem Nahe Osten und die Entwicklung des Denkens über Andere in Antike, Mittelalter und früher Neuzeit. Sein Forschungsprojekt "Türkengedächtnis" untersucht die Vorgänge um die Errichtung jener "Denkmäler", die an "die Türken" (Osmanen) erinnern, aber auch, wie sie wann, von wem und in welcher Art verwendet wurden.

Manfred Wagner ist emeritierter Ordinarius für Kultur- und Geistesgeschichte an der Universität für angewandte Kunst Wien.


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