Vortrag · Literatur

Symposium Teil 2 - Literaturlandschaft Frankreich


Gibt es den Weltroman, und wie steht es um die Beziehung von Wort und Bild in Frankreich?

Das Land gleitet langsam und seltsam schmerz- und widerstandslos unter die Decke
der Religion – und genau darum geht es wohl. Als Seismograf seiner Epoche verleiht
Michel Houellebecq einem französischen Malaise Ausdruck, das mit Barbey d‘Aurevillys
Alternative zwischen Pistole und Kreuz auf seine zugespitzte Formel gebracht
ist: Dereinst könnte sich dann tatsächlich die Wahl zwischen politischem Suizid (etwa
durch die Wahl eines rechtsradikalen Staatspräsidenten) oder Unterwerfung unter
einen wie auch immer gearteten religiösen Zauber aufdrängen. Die französischen
Republiken haben solche Situationen schon erlebt – und überstanden, etwa Ende
des 19. Jahrhunderts, zu Zeiten der „Dekadenz“, des Traumas der Niederlage gegen
Preußen, der ersten großen und globalen Finanzskandale, der Dreyfus-Affäre, dieser
Geburtsstunde des modernen Antisemitismus.

Jürgen Ritte, Professor an der Université Sorbonne Nouvelle-Paris 3, in einer Besprechung zu
Michel Houellebecqs Roman Unterwerfung, Neue Zürcher Zeitung

Programm:

15:00, Schloss zu Spitz Renaissancesaal

Der Weltroman
Lesung und Autorengespräch mit Patrick Deville (Paris und Saint Nazaire) und Jürgen Ritte (Paris)
anschließende Diskussion

Grußworte Hélène Doub, Kulturattachée Institut français d’Autriche

16:30
Kaffeepause

17:00, Schloss zu Spitz Renaissancesaal
Wort und Bild
Autorengespräch mit Marguerite Abouet (Paris) und Yvan Alagbé (Paris).
Moderation: Christian Gasser (Luzern)
anschließende Diskussion

18:30, Schloss zu Spitz Keller
Abendessen


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