Vortrag · Literatur

Symposium Teil 1 - Die Ausgewanderten


Wie verändert sich die europäische Literatur durch und entlang der vermehrten Migration von AutorInnen?

Ich habe gerade zum ersten Mal einen Roman beendet, seitdem ich in Frankreich
lebe. Ich glaubte, mein Gefühl der Heimatlosigkeit würde noch stärker werden, wenn
ich außerhalb meines Landes schreibe. Nun aber kann ich sagen, das Schreiben selbst
ist zu meiner Heimat geworden. Es begleitet mich beim schlaflosen Durchstreifen all
der flüchtigen und vergangenen Orte. Wenn ich von einem Flugzeug ins nächste steige,
dann als Einwohnerin meines Schreibens. Ich lebe heute an einem Ort, an dem die
Träume schwinden, in Straßen, die nicht aussehen wie die meinen, auf Plätzen, auf
denen ich die Buchstaben meiner Sprache nie ritzen werde können, und ich ertappe
mich dabei, wie ich Kreise in die Luft zeichne und auf die Wasseroberfläche der Flüsse
schreibe. Ich weiß nicht, ob ich draußen oder drinnen bleiben will. So sind die Orte
der Auswanderer, auf ihnen genügt sich das Schreiben selbst …
Iman Humaydan, libanesische Schriftstellerin, die in Paris lebt.

Programm:

09:00, Schloss zu Spitz
Einlass und Registrierung

10:00, Schloss zu Spitz Renaissancesaal
Begrüßung von Walter Grond

10:15, Schloss zu Spitz Renaissancesaal
Die Ausgewanderten und die europäische Literatur
Vortrag von A.L. Kennedy (Glasgow)
Respons: Ilma Rakusa (Zürich)
Moderation: Rosie Goldsmith (London)
anschließende Diskussion

11:30
Kaffeepause

12:00, Schloss zu Spitz Renaissancesaal
Schreiben in der Fremde
Autorengespräch mit Lena Gorelik (München), Jamal Mahjoub (Barcelona), Najem Wali (Berlin).
Moderation: Alexandra Büchler (Manchester)

13:30, Schloss zu Spitz Keller
Mittagessen


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