Klassik

Symphonieorchester Vorarlberg


Programm:

Zoltán Kodály | Tänze aus Galánta
András Mihály | Konzert für Violoncello und Orchester
Robert Schumann | Symphonie Nr. 4 d-moll op. 120

Der ungarische Dirigent Zsolt Hamar hat früher singen als sprechen gelernt und setzt Rilke-Worte als Motto vor seine Homepage: »Einzig das Lied überm Land heiligt und feiert«. Er musiziert mit Orchestern in aller Welt, an der Oper in Zürich und ist GMD des Staatstheaters Wiesbaden. Sein Landsmann, der junge Cellist István Várdai, Preisträger etlicher internationaler Wettbewerbe, debütiert in Vorarlberg mit dem Cellokonzert von András Mihály. Dieser 1917 in Budapest geborene und ebendort 1993 verstorbene, hierzulande selten gespielte Komponist, befreundet mit György Kurtág, hat eine eigene Musik­sprache zwischen der Tradition seiner Heimat und der Moderne gefunden. Sein frühes Cellokonzert ist ein virtuoses und klangsinnliches Beispiel dafür.

Neben Bartók ist er der zweite Klassiker der ungarischen Musik im 20. Jahrhundert: Zoltán Kodály. Wie der Kollege erforschte er intensiv die Folklore der Balkanländer. Aus dem Städtchen Galánta, heute in der Slowakei, stammen berühmte Sammlungen ungarischer Tänze. Kodály hat daraus eine glänzend instrumentierte Orchestersuite gemacht, eine Apotheose des Tanzes, ein Meisterstück federnder Rhythmik.

Robert Schumanns 4.  Symphonie existiert in zwei Fassungen, die beide ihre Berechtigung haben. Diesmal erklingt nicht die kleiner besetzte Urfassung aus Leipzig, sondern die großformatige Version, welche der Komponist nach seiner Übersiedlung nach Düsseldorf im Jahr 1851 für das dort größere Orchester erarbeitete. Beiden Fassungen ist die in die Zukunft weisende Form gemeinsam. Pausenlos, wie in einer symphonischen Dichtung, gehen die Sätze ineinander über. Schumann, der Meister musikalischer Poetik, erzählt eine klingende Ballade, deren Handlung der Phantasie der Zuhörenden überlassen bleibt. »Licht senden in die Tiefen des menschlichen Herzens«, so Schumann, »ist des Künstlers Beruf«.


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