Klassik

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks


Die Feier der Natur, des Menschen und des Göttlichen, der Höhepunkt eines jeden Sufi-Rituals, steht auch im Zentrum der aus christlicher Feder stammenden Werke der Ouverture spirituelle.

Programm:

Joseph Haydn - Die Schöpfung Hob. XXI:2

Interpreten:

Bernard Haitink, Dirigent
Camilla Tilling, Sopran
Mark Padmore, Tenor
Hanno Müller-Brachmann, Bariton
Chor des Bayerischen Rundfunks
Peter Dijkstra, Choreinstudierung
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

1949 von Eugen Jochum gegründet, entwickelte sich das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zu einem international hochgeschätzten Orchester, das sich in Zusammenarbeit mit der musica viva, gegründet 1945 durch Karl­Amadeus Hartmann, besonders der Neuen Musik widmet. So kam es zu legendären Aufführungen zeitgenössischer Werke, bei denen die Komponisten meist selbst dirigierten, u. a. Igor Strawinsky, Darius Milhaud, Paul Hindemith, Pierre Boulez sowie in jüngerer Zeit Hans Werner Henze, Karlheinz Stockhausen, Mauricio Kagel, Luciano Berio und Peter Eötvös.

Derzeitiger Leiter des Orchesters ist nach Rafael Kubelik, Colin Davis und Lorin Maazel seit 2003 Mariss Jansons.
Gastdirigenten waren u. a. Leonard Bernstein, Clemens Krauss, Erich und Carlos Kleiber, Ferenc Fricsay, Otto Klemperer, Karl Böhm, Günter Wand, Sir Georg ­Solti, Carlo Maria Giulini und Wolfgang Sawallisch sowie Riccardo Muti, Esa-Pekka Salonen, Franz Welser-Möst und Daniel Harding. Seit einigen Jahren arbeitet das Orchester zudem regelmäßig mit Experten der Historischen Aufführungspraxis wie Thomas Hengelbrock, Nikolaus Harnoncourt und Ton Koopman zusammen.

Neben zahlreichen Auftritten in München sowie in anderen Städten des Sendegebiets unternimmt das Orchester ausgedehnte Konzertreisen durch nahezu alle europäischen Länder, nach Asien sowie nach Nord- und Südamerika. Seit 2004 ist das Symphonieorchester zudem Orchestra in Residence bei den Osterfestspielen des ­Lucerne Festivals. Beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD begleitet das Symphonieorchester seit 1952 junge Musiker sowohl in den Finalrunden als auch im Schlusskonzert der Preisträger. Im Oktober 2001 entstand die Akademie des Symphonieorchesters, die angehende Orchestermusiker auf ihren Beruf vorbereitet und so eine wichtige Brücke zwischen Ausbildung und professioneller Laufbahn schlägt.

„Die Religion ist wie ein Fluss, der durch viele Länder fließt. Jedes Land gibt diesem Fluss einen anderen Namen und beansprucht diesen womöglich auch noch für sich. Dabei ist der Fluss aber unabhängig von den Ländern und entspringt darüberhinaus auch einer Quelle.“

Diese Beschreibung des Sufi-Meisters Muzaffer Efendi ist nur eine von vielen Metaphern, mit denen im Sufismus darauf verwiesen wird, dass Religion nicht trennen, sondern vereinen soll.

Die Feier der Natur, des Menschen und des Göttlichen, der Höhepunkt eines jeden Sufi-Rituals, steht auch im Zentrum der aus christlicher Feder stammenden Werke der Ouverture spirituelle.

Sei es in Haydns die Entstehung der Welt schildernder Schöpfung zu Beginn, sei es in Bruckners Te Deum zum Abschluss der Ouverture spirituelle, in dem sich Himmel und Erde zum Gotteslob vereinen. Gleichsam ein neues Oratorium, ein instrumentales nämlich, hat Nikolaus Harnoncourt in den drei letzten Symphonien Mozarts entdeckt. Nach seiner intensiven Auseinandersetzung mit diesen Werken ist er überzeugt davon, dass sie aufgrund verschiedener Parameter in geradezu magischer Weise miteinander verbunden sind und in der Tonartenabfolge Es-Dur, g-Moll, C-Dur den Schicksalsweg eines Menschen widerspiegeln: einen Weg von feierlichem Ernst mit dramatischen Konflikten über Hoffnungslosigkeit bis zum geradezu triumphalen Halleluja. (Ronny Dietrich)

Disputationes im Rahmen der Ouverture spirituelle:

Wie in den vergangenen beiden Jahren begleitet das Herbert-Batliner-Europainstitut in Kooperation mit den Salzburger Festspielen die Ouverture spirituelle inhaltlich mit wissenschaftlichen Erörterungen und Diskussionen. Das Konzertprogramm mit dem Schwerpunkt Islam begleitend, werden bei den Disputationes Themen aufgegriffen, die sich mit den Fragen rund um den interkulturellen und interreligiösen Dialog auseinandersetzen.
Die Auftaktveranstaltung findet am 18. Juli 2014 statt. Es folgen drei Gesprächsrunden im Rahmen der Ouverture spirituelle.


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