Ausstellung: Wissen

Swing tanzen verboten


Unterhaltungsmusik nach 1933 zwischen Widerstand, Propaganda und Vertreibung.

"Swing tanzen verboten" ist die erste Ausstellung, die in den Wiener Sofiensälen zu sehen ist, seit diese 2001 einem verheerenden Großbrand zum Opfer fielen. Diese erlaubt dem Publikum auch ein Wiedersehen mit dem aufwendig restaurierten Baujuwel, das zuvor als Brandruine ein Jahrzehnt lang im Dornröschenschlaf lag.

Sowohl der über 700 m2 große Festsaal, über Jahrzehnte hinweg pulsierendes Zentrum des Wiener Ball- und Event-Geschehens, als auch die ursprüngliche Fassade der „Sofie“ in der Marxergasse sowie der Eingangsbereich und das Stiegenhaus wurden in enger Zusammenarbeit zwischen Denkmalamt, Stadt Wien und der ifa AG detailgetreu wiederhergestellt. In einer spannenden Symbiose aus historischer Bausubstanz und moderner, funktionaler Architektur entstand mit der neuen „Sofie“ ein neues und außergewöhnliches Zentrum im 3. Bezirk, das Wohnen, Kultur, Freizeit und Kulinarik stimmungsvoll miteinander verbindet. Ermöglicht wurde die Sanierung durch das Bauherrenmodell der ifa AG von insgesamt 109 Investoren, die sich zusammengeschlossen haben, um die Sofiensäle wiederzubeleben. Mit Ihrer Investition haben sie den wichtigen Beitrag für das Fortbestehen des Wiener Kulturdenkmals geleistet.

Mit dem neueröffneten Restaurant „The Room“, einem Hotel der neuen Ruby Hotelkette sowie einem John Harris Fitness-Studio (dieses eröffnet Anfang 2015) entstand eine neue städtische Infrastruktur, die nicht nur bei den Anrainern des 3. Bezirks grossen Anklang findet.
Die Schau „Swing tanzen verboten“ beleuchtet die Unterhaltungsmusik während der NS-Diktatur im Spannungsfeld von Widerstand, Propaganda und Vertreibung. Ein Thema, das wie maßgeschneidert zur bewegten Vergangenheit der Wiener Sofiensäle passt.
Denn in jenen prunkvollen Räumen, die seit jeher als Synonym für walzerseliges Vergnügen galten, wurde 1926 die NSDAP in Österreich gegründet. Ab 1938 dienten die Sofiensäle als Sammelstelle für zur Deportation bestimmte Juden.

Vor der geschichtsträchtigen Kulisse der Sofiensäle lässt die Wanderausstellung „Swing tanzen verboten“ die Unterhaltungskultur ab 1933 wiederauferstehen. Kunstvoll gestaltete Plattencover, Plakate, Kostümbilder, historische Fotos, Zeitungsausschnitte, Notizen und unzählige Musikbeispiele illustrieren die Weltoffenheit und Neuartigkeit der damaligen Populärmusik, geprägt von amerikanischen Jazz- und Swing-Rhythmen, jüdischen Komponisten und frivol-humoristischen Texten.


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